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22.12.2011

Führung

So motivieren Sie richtig

Von Teresa M. Amabile und Steven J. Kramer

Erschreckend viele Arbeitnehmer sind frustriert in ihrem Job. Manager können daran etwas ändern. Mit diesen Regeln sorgen Sie für ein gutes Arbeitsklima.

"Die Mehrheit der amerikanischen Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt." Unter dieser Überschrift hat vor kurzem das amerikanische Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup einen Artikel veröffentlicht (In Deutschland ist das Institut zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: Demnach haben 21 Prozent der Arbeitnehmer keine emotionale Bindung zum Arbeitgeber, 66 Prozent leisten nur Dienst nach Vorschrift, Anm. d. Red.).

Verbreitetes Phänomen: Viele Arbeitnehmer sind frustriert
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Verbreitetes Phänomen: Viele Arbeitnehmer sind frustriert

© Corbis
Dieser Befund sollte Arbeiternehmer und Manager nachdenklich stimmen. In einem früheren Bericht schätzte Gallup, dass fehlendes Engagement der Arbeitnehmer einen Produktivitätsverlust von mehr als 300 Milliarden Dollar allein in den USA verursache. Tatsächlich sind laut dem Institut nur etwa ein Drittel der Arbeitnehmer glücklich und motiviert in ihrem Job und glauben, dass sie etwas Positives für den Erfolg ihres Unternehmens beitragen.

Noch schlimmer: Bei gut ausgebildeten Arbeitnehmern mittleren Alters ist die Wahrscheinlichkeit am geringsten, dass sie mit vollem Einsatz in ihrem Job arbeiten. Dies sind genau die Leute, die sich eigentlich auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität und Produktivität befinden sollten.

Was ist da los? Eine Studie der American Psychological Association (APA) gibt einige Antworten. Zunächst einmal fühlen sich 36 Prozent der Arbeitnehmer gestresst. Von ihnen nennt fast die Hälfte als Grund zu niedrige Löhne. Das ist nicht wirklich überraschend: In den vergangenen zwanzig Jahren stagnierte der Reallohn in den USA, während die Arbeitsproduktivität stetig gestiegen ist. Aber das Lohnniveau ist nicht die Hauptursache für die Unzufriedenheit. Arbeitnehmer beklagen sich vielmehr über fehlende Aufstiegsmöglichkeiten (43 Prozent), Arbeitsüberlastung (43 Prozent), unrealistische Anforderungen (40 Prozent) und Überstunden (39 Prozent).

Doch der vielleicht ernüchterndste Befund der Untersuchung der APA ist, dass 48 Prozent der Arbeitnehmer zu wenig Wertschätzung erfahren. Obwohl Manager oft die Bedeutung ihrer Mitarbeiter betonen, erleben viele Arbeitnehmer ihren Alltag anders. Unweigerlich fühlen sich Mitarbeiter unterbewertet, missachtet und entmutigt. Die ökonomischen Kosten für Unternehmen sind nicht akzeptabel - die seelischen Leiden der Individuen noch viel weniger.

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