Von Tony Schwartz
Diese Frage schlägt Ihnen bestimmt auf den Magen: "Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich Ihnen ein Feedback gebe?"
Tatsächlich bedeutet dieser Satz: "Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich Ihnen negatives Feedback gebe? Verpackt als konstruktive Kritik? Egal ob Sie das wollen oder nicht?"
Das Problem mit Kritik ist, dass sie unser Selbstwertgefühl in Frage stellt. Kritik setzt ein Urteil voraus. Uns allen widerstrebt es, beurteilt zu werden. Wie Daniel Goleman geschrieben hat: Ist unsere Selbstachtung in den Augen anderer gefährdet, fühlt sich das schnell so an, als sei unser ganzes Leben bedroht.
Das rätselhafte ist: Feedback ist notwendig. Es ist von elementarer Bedeutung, damit wir lernen und uns weiterentwickeln können. Was ist also der beste und sinnvollste Weg, Rückmeldung zu geben - das bedeutet, dass der Empfänger es voll und ganz aufnimmt und danach handelt?
Ich denke, es gibt drei grundlegende Verhaltensweisen. Jede von ihnen basiert auf der Erkenntnis, dass es oft weniger wichtig ist, was wir sagen, als wie wir es sagen.
1. Der erste Fehler, den wir oft begehen, ist der folgende: Wir geben dann Feedback, wenn wir glauben, unser eigenes Ansehen sei in Gefahr. Diese Strategie führt in die Katastrophe. Und so etwas passiert öfter, als wir glauben oder es wahrnehmen.
Wenn wir uns durch die Fehler anderer bedroht fühlen oder herabgesetzt, ist "konstruktive Kritik" sekundär: Wichtiger ist uns dann, dass wir unser Ansehen wiederherstellen. Wir schlagen zurück, sind unsensibel und sogar verletzend.
Ein klassisches Beispiel ist ein Vater oder eine Mutter, die ihr Selbstwertgefühl von der Leistung ihres Kindes abhängig macht. Dann reagiert er oder sie auf Misserfolge des Kindes mit Strenge und Schuldzuweisung, anstatt mit Sensibilität und Mitgefühl.
Auch der Feedbackgeber beschreibt nicht "die" Wahrheit, sondern nur seine Wahrnehmung. Diese sollte möglichst konkret dargestellt werden. Im zweiten Schritt sollte dem Feedbacknehmer vermittelt werden, was die (Aus) Wirkung seines Handelns ist. Am wichtigsten ist es jedoch meiner Meinung nach, im dritten Schritt gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Bitte vergleichen Sie mit meinem folgenden Blogartikel: Erfolgreiche Führung (17 von 24) [...] mehr...
Wenn ich als Frau derartig kommunizieren würde, dann wird mir das als Schwäche ausgelegt. Ich gehe davon aus, das niemand unfehlbar ist, und lenke das Thema bei einem Mitarbeiterfeedback auf die Möglichkeiten, Fehler zu korrigieren, als mich mit einer Diskussion über den Fehler selbst zu befassen. In einem Feedbackgespräch frage ich zunächst, was passiert ist, warum es passiert ist und gehe dann sehr schnell auf die Frage ein, wie es ausgebügelt werden [...] mehr...
Ich finde feedback immer dann angesagt, wenn der andere um eine Meinung fragt!! Und dann sollte das feedback sehr offen und ehrlich gemeint und gesagt werden. Oft hört man dann denn Satz, "bitte sei ehrlich und sage mir, wass du dazu meinst!" Für mich sind das dann ganz klare Signale, dass mein Gegenüber offen für ein Lernen ist. Darauf hat ja auch Watzlawik hingewiesen. Wenn mir jemand sagt, ich gebe dir mal feedback und ich bin nicht darauf [...] mehr...
Aus meiner Sicht ist ohne konstruktive Kritik keine Personal- und Organisationsentwicklung möglich. Konstruktive Kritik ist das Fundament eines lernenden Unternehmens. Wie immer gibt es aber Spielregeln die zu beachten sind. Ich sehe folgende: Ich-Botschaft, der Ton und die Hierarchie. 1. Die Ich-Botschaft sendet eine subjektive Wahrnehmung und stellt keine Verurteilung dar. Selbst wenn die folgende Diskussion kein endgültiges Ergebnis bringt, so wird [...] mehr...
Provokante These: Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass ich mir in der Position als sehr freundlicher Kritik-Uebender eine Bloesse gebe, die schnell zur Verlagerung einer Diskussion hin zum Nebenthema fuehrt. Mein Gegenueber "lenkt ab" und nimmt meine Kritik nicht wirklich zur Kenntnis - er geht schneller "zum Gegenangriff" ueber, weil Hoeflichkeit als Zeichen von Schwaeche interpretiert wird. Antithese: Wie beschrieben nimmt mein [...] mehr...