RSS Samstag, 25. Mai 2013
Text minus plus
25.11.2011

Selbstmanagement

Wie Kreativität funktioniert

Von Tony Schwartz

Stundenlang haben Sie über einem Problem gebrütet, ohne es zu lösen. Die Eingebung haben Sie erst Stunden später beim Joggen. Das ist kein Zufall. Kreativität läuft nach einem bestimmten Muster ab. Lernen Sie, den Prozess zu steuern.

Schon als Kind wollte ich etwas Kreatives tun, um mich von anderen zu unterscheiden. Ich glaubte auch, dass Kreativität etwas Magisches und zugleich durch die Gene bestimmt sei. Bereits mit acht Jahren probierte ich verschiedene Kunstgattungen aus, eine nach der anderen. Ich wollte wissen, ob ich eine besondere Begabung hatte.

Schließlich wurde ich Journalist. Viele Jahre lang erzählte ich die Geschichten anderer Leute. Ich war erfolgreich, aber ich fühlte mich nur selten wirklich kreativ.

5 Fotos Neue Ideen: Diese Kreativitätstechniken helfen Ihnen

Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten.

Den ersten Hinweis, dass ich mir selbst vielleicht zu wenig zugetraut hatte, erhielt ich Mitte der 90er Jahre. Bei den Recherchen zu dem Buch "What Really Matters, Searching for Wisdom in America" nahm ich an einem fünftägigen Zeichenkurs teil. Leiterin war Betty Edwards, die Autorin von "Drawing on the Right Side of the Brain".

Als Betty Edwards das Selbstportrait sah, das ich am ersten Tag gemalt hatte, lächelte sie. Meine künstlerische Entwicklung sei irgendwo auf dem Niveau eines Sechsjährigen geblieben, sagte sie sanft. Und beeilte sich hinzuzufügen: Dies sei kein Beweis für fehlendes Talent, sondern für fehlende Übung.

Zum Autor

Tony Schwartz ist Präsident und CEO von The Energy Project und der Autor des Buches Be Excellent at Anything. Werden Sie ein Fan von The Energy Project auf Facebook und folgen Sie ihm auf Twitter.com/TonySchwartz und Twitter.com/Energy_Project.
Schon von klein auf bringt man uns in der Schule bei, die logischen, sprach-basierten rationalen Fähigkeiten der linken Hälfte unseres Gehirns zu entwickeln, die zielorientiert ist und begierig darauf, Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die linke Gehirnhälfte entwickelt Kategorien für Dinge, um ihre Komplexität zu verringern. Eine Nase ist beispielsweise wie die andere. Wenn wir eine Nase zeichnen sollen, greifen wir auf das Symbol zurück, das wir im Kopf für Nase haben und reproduzieren es.

Im Gegensatz dazu funktioniert die rechte Gehirnhälfte eher visuell als sprachlich. Sie erkennt mehr Details und Nuancen als die linke Gehirnhälfte. Sie taucht hinab in das, was tatsächlich dort ist, in all seinem Reichtum. Betty Edwards sagte uns: "Sobald Ihr gelernt habt, das zu tun, ist es ein Leichtes, zu malen, was Ihr seht."

Am fünften und letzten Tag des Kurses war ich in der Lage, ein Selbstportrait zu malen, das ohne Zweifel mich darstellte und überraschend realistisch war. Nach einigen Monaten Übung konnte ich mich selbst mit einer beachtlichen Kunstfertigkeit und sogar Ausdruckskraft darstellen. Ich hatte tatsächlich damit begonnen, eine völlig neue und nonverbale Sprache zu erlernen.

Aber was hatte das alles zu tun mit Kreativität? Eine ganze Menge.

Blättern: Teil 1 / 2

FORUM

insgesamt 2 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.11.2011 von Eta S.: Viele Unternehmen sind zu introvertiert

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren, seit geraumer Zeit wird intensiver denn je auf Kreativität in Unternehmen und vor allem in Führungspositionen hingewiesen. Zahlreiche Beiträge und Diskussionen über die signifikante Bedeutung der Kombination von analytischer Vorgehensweise und kreativen "Um"wegen. Allerdings ist es in der Praxis leider ganz anders als in den ganzen Berichten. In der Theorie wird dieses Thema oftmals befürwortet und [...] mehr...

25.11.2011 von Frank Michael Kraft: Muster der Wissensarbeit

Ich denke es gibt nicht nur ein Muster der Kreativität. Das hier ist sehr schön beschrieben und das kann ich bestätigen. Aber es gibt meiner Meinung nach noch viel mehr Muster der Wissensarbeit generell - wobei ich als Wissensarbeiter jemanden definiere, dessen Hauptaufgabe darin besteht Wissen zu sammeln, zu verarbeiten, zu produzieren und/oder zu verteilen. Ich habe intuitiv etwa 20 Muster der Wissensarbeit identifiziert, die ich in die Gruppen I - [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...
© Harvard Business Manager 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH

HBM-Editionen

Das Beste aus dem Harvard Business Manager
zu einem Thema




Nach oben