RSS Montag, 20. Mai 2013
Text minus plus
07.09.2011

Kommunikation

Die Kunst zu fragen

Von Ron Ashkenas

Fragen stellen kann jeder. Trotzdem schaffen es viele Manager nicht, durch geschicktes Nachhaken wichtige Informationen zu erhalten und Mitarbeiter zum Nachdenken zu bringen. Ein Versäumnis. Diskutieren Sie mit.

Wie gut können Sie Fragen stellen? Meiner Erfahrung nach denken die wenigsten Manager darüber nach. Die Fähigkeit zu fragen, steht normalerweise auf keiner Liste der Kompetenzen, die ein Manager haben sollte. Sie gehört auch nicht zum Lehrplan von Business Schools und taucht nicht in Seminaren für Führungskräfte auf. MBA-Studiengängen. Aber gut fragen zu können ist ein wichtiger Bestandteil des Managementjobs - und daher könnte es sich lohnen, sich mit dieser Fähigkeit genauer zu beschäftigen.

Geschicktes Vorgehen: Nur wer richtig fragt, bekommt auch die richtige Antwort.
Zur Großbildansicht

Geschicktes Vorgehen: Nur wer richtig fragt, bekommt auch die richtige Antwort.

© Corbis
Wie haben es alle schon erlebt: Wir haben es nicht geschafft, gut zu fragen. Ich saß vor einiger Zeit in einem Meeting mit einem Projektteam, das seine Fortschritte mit einem hochrangigen Manager durchsprach. Während der Präsentation zeigte seine Körpersprache, dass er mit der Richtung, die das Team eingeschlagen hatte, unzufrieden war. Das Ergebnis: Ohne das Team weiter mit Fragen zu löchern, verschob er die Genehmigung der nächsten Schritte bis zu einem persönlichen Gespräch mit dem Teamleiter. Bei diesem Folgetreffen hielt er ihm sofort vor, dass er mit seinem Team den geplanten Projektpfad verlassen hatte. Irgendwann gelang es dem Teamleiter die Gründe für seine Entscheidungen zu erklären und den Manager davon zu überzeugen, dass sie selbstverständlich ihre Projektziele erreichen würden und so bekam er schließlich grünes Licht für die nächsten Schritte.

Frust entsteht

Inzwischen hatte das Team allerdings seinen Schwung (und eine Woche Arbeitszeit) verloren und konzentrierte sich mehr darauf bei dem Topmanager gutes Wetter zu machen statt das Projekt so gut wie möglich voranzutreiben.

Zum Autor

Ron Ashkenas ist Managing Partner der Unternehmensberatung Schaffer Consulting und unterrichtet aktuell als Lehrbeauftragter an der Haas School of Business der UC Berkeley. Er ist Co-Autor der Buchtitel "The GE Work-Out" und "The Boundaryless Organization". Zuletzt von ihm erschienen ist "Simply Effective".
Das ist kein Einzelfall. Viele Manager wissen nicht, wie sie den Denkprozess ihrer Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzten hinterfragen können. Stattdessen mutmaßen sie, was sich diese bei ihren Handlungen gedacht haben könnten. Liegen sie dabei falsch, entstehen alle möglichen Arten von Funktionsstörungen in der Organisation. Ein Beispiel: Bei einem Finanzdienstleister verspätete sich die Überarbeitung eines Produkts um mehrere Monate. Die zuständigen Produkt- und IT-Manager hatten unterschiedliche Vorstellungen davon, wer was wann liefern sollte. Sie beschuldigten sich gegenseitig, für die Verzögerung verantwortlich zu sein. Erst als ihnen ein Außenstehender hilfreiche Tipps gab, um die richtigen Fragen zu stellen, entwickelten sie einen Plan, mit dem beide leben konnten.

Es gibt drei Bereiche, in denen verbessertes Fragen die Effektivität des Managements erhöht:

Blättern: Teil 1 / 2

FORUM

insgesamt 3 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.09.2011 von Towanda: häufig massiv unterschätzt

Na klar, Fragen stellen kann doch jeder. Ist ja auch einfach. Meine Erfahrung mit Führungskräften in Trainings oder Coachings ist, dass die Aufmerksamkeit häufig eben nicht auf dieser Kompetenz liegt. Steuern durch fragen ist eine der am häufigsten unterschätzen Fähigkeiten. Reflexhaft wird - wenn das Thema auf dem Tisch liegt - unterstellt, man gibt eine Schwäche zu, wenn man fragt statt anzuweisen. Deshalb gibts ja auch TrainerInnen und Coachs, [...] mehr...

20.09.2011 von karstengaertner: Wer fragt, der führt ..

Bedeutet auch: Wer führen will muss (nach)fragen. Gute Führungskräfte können das eigene Kopfkino "deaktivieren" und machen sich ein Bild der Situation / Planung durch aktives, intelligentes Nachfragen und Hinterfragen. Wie war das in der Sesamstraße? Wer nicht fragt bleibt dumm.. zumindest verzichtet er auf interessante weitere Meinungen und Sichtweisen. Fragetechniken lassen sich trainieren :) mehr...

08.09.2011 von Schröder-hc-Consult: Fragen stellen als Werkzeug zur Motivation und Entwicklung des Teams

Ich bin der Überzeugung, dass die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, die elementarste aller Führungskompetenzen ist. In meinen Trainings stelle ich immer wieder fest, dass Führungskräfte, wenn Sie Fragen stellen, eher in die Schuldigensuche bei Vorliegen von Problemen gehen und sie dazu anregen, selbst die richtige Lösung entwickeln. Statt "Warum haben Sie das so gemacht?" wäre die lösungsorientierte Frage "Wie sind wir das nächstes [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...
© 2011 Harvard Business Publishing
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH

HBM-Editionen

Das Beste aus dem Harvard Business Manager
zu einem Thema




Nach oben