Schneller gründen

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HBM Juli 2013

Wer ein neu­es Un­ter­neh­men grün­det, egal ob Hight­ech-Start-up, Klein­be­trieb oder Ab­tei­lung in ei­nem Kon­zern, weiß: Es geht um al­les oder nichts. Die Ma­na­ge­ment­lehr­bü­cher sa­gen dazu seit Jahr­zehn­ten das­sel­be: Busi­ness­plan schrei­ben, ihn Fi­nan­ziers vor­stel­len, ein Team auf­bau­en, ein Pro­dukt ein­füh­ren und die­ses schließ­lich so gut ver­kau­fen, wie man kann. Ir­gend­wo auf die­sem Weg wer­den Sie wahr­schein­lich einen Rück­schlag er­lei­den. Die Sta­tis­tik spricht je­den­falls klar ge­gen Sie: Nach ei­ner Stu­die von Shik­har Ghosh an der Har­vard Busi­ness School schei­tern 75 Pro­zent al­ler Start-ups.
Seit Kur­z­em gibt es nun einen Ge­gen­ent­wurf zur klas­si­schen Me­tho­de der Un­ter­neh­mens­grün­dung, der we­ni­ger ris­kant ist. Er ist un­ter dem Be­griff „Lean Start-up“ be­kannt. Da­bei ist Ex­pe­ri­men­tie­ren wich­ti­ger als ge­nau­es Pla­nen, Kun­den­feed­back wich­ti­ger als In­tui­ti­on und ite­ra­ti­ve Ent­wick­lung wich­ti­ger als die tra­di­tio­nel­le Vor­ge­hens­wei­se, al­les erst mal per­fekt zu Ende zu ent­wi­ckeln. Die Me­tho­dik ist zwar erst ein paar Jah­re alt, doch ihre Kon­zep­te wie „Mi­ni­mal Via­ble Pro­duct“ (also ein mi­ni­mal funk­ti­ons­fä­hi­ges Pro­dukt) und „Pi­vo­ting“ (Neu­ori­en­tie­rung) ha­ben in der Welt der Start-ups schnell Fuß ge­fasst. Busi­ness Schools ha­ben be­reits be­gon­nen, ihre Lehr­plä­ne dar­an an­zu­pas­sen.
Ganz im Main­stream an­ge­kom­men ist die Lean-Start-up-Be­we­gung noch nicht, und ihre große Zeit wer­den wir erst noch er­le­ben. In vie­ler­lei Hin­sicht ist sie heu­te in etwa so weit wie vor fünf Jah­ren die Big-Data-Sze­ne. Sie exis­tiert als Mo­de­wort, das weit­hin noch nicht ver­stan­den wird und des­sen Be­deu­tung Un­ter­neh­men ge­ra­de erst zu be­grei­fen be­gin­nen. Doch je wei­ter sich die neu­en Me­tho­den ver­brei­ten, de­sto stär­ker wer­den alte Weis­hei­ten über das Un­ter­neh­mer­tum auf den Kopf ge­stellt. Neue Un­ter­neh­men al­ler Art ver­su­chen, ihre Er­folg­schan­cen zu ver­bes­sern, in­dem sie den Prin­zi­pi­en schnel­len Schei­terns und stän­di­gen Ler­nens fol­gen. Und trotz des Na­mens könn­te die Me­tho­de aus­ge­rech­net großen Un­ter­neh­men die größ­ten Vor­tei­le bie­ten.
In die­sem Ar­ti­kel gebe ich einen kur­z­en Über­blick über die Tech­ni­ken für schlan­ke Start-ups und de­ren Ent­wick­lung. Und noch wich­ti­ger: Ich er­klä­re, wie sie in Kom­bi­na­ti­on mit an­de­ren Wirt­schaft­strends die Grund­la­ge für eine neue, un­ter­neh­me­ri­sche Wirt­schaft bil­den könn­ten.

DIE MÄR VOM PER­FEK­TEN BUSI­NESS­PLAN
Ei­ner al­ten Weis­heit zu­fol­ge muss je­der Grün­der zu­erst ein­mal einen Busi­ness­plan schrei­ben. Ein sta­ti­sches Do­ku­ment, das die Grö­ße der Markt­chan­ce, das zu lö­sen­de Pro­blem und die vom neu­en Un­ter­neh­men an­ge­streb­te Lö­sung be­schreibt. Meis­tens gibt es dar­in auch eine Fünf­jah­res­pro­gno­se für Um­satz, Ge­winn und Cas­h­flow. So ein Busi­ness­plan ist letzt­lich eine Übung in Markt­for­schung, ein­sam am Schreib­tisch er­ar­bei­tet, be­vor ein Ent­re­pre­neur mit dem Ent­wi­ckeln ei­nes Pro­dukts auch nur be­gon­nen hat. Die An­nah­me da­bei: Man kann die meis­ten Un­be­kann­ten ei­nes Ge­schäfts iden­ti­fi­zie­ren, be­vor man Geld auf­nimmt und sei­ne Idee wirk­lich um­setzt.
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