Mut zur Kreativität

SELBSTMANAGEMENT:

HBM Februar 2013

Die meis­ten Men­schen sind von Na­tur aus krea­tiv. Als Kin­der den­ken wir uns fan­ta­sie­vol­le Spie­le aus, stel­len son­der­ba­re Fra­gen, ma­len Kleck­se auf Pa­pier und be­haup­ten al­len Erns­tes, das sei­en Di­no­sau­ri­er. Doch im Lauf der Zeit for­dern So­zia­li­sa­ti­on und Schul­aus­bil­dung ih­ren Tri­but, und vie­le Men­schen be­gin­nen die­se Im­pul­se zu un­ter­drücken. Wir ler­nen, uns vor dem Ur­teil un­se­rer Mit­menschen zu fürch­ten, wer­den vor­sich­ti­ger und über­las­sen un­se­rem ana­ly­ti­schen Ver­stand die Re­gie. Die Welt scheint in zwei Frak­tio­nen auf­ge­spal­ten zu sein: Krea­ti­ve und Un­krea­ti­ve - und nur all­zu vie­le Men­schen fin­den sich be­wusst oder un­be­wusst da­mit ab, zur zwei­ten Ka­te­go­rie zu ge­hö­ren.
Und doch wis­sen wir, dass man ohne Krea­ti­vi­tät in kei­ner Dis­zi­plin oder Bran­che er­folg­reich sein kann. Laut ei­ner welt­wei­ten Um­fra­ge des IT-Kon­zerns IBM un­ter Top­ma­na­gern ist Krea­ti­vi­tät heut­zu­ta­ge die ge­frag­tes­te Ei­gen­schaft von Füh­rungs­kräf­ten. Es lässt sich nicht leug­nen, dass krea­ti­ves Den­ken un­zäh­li­gen Un­ter­neh­men zu Auf­stieg und dau­er­haf­tem Er­folg ver­hol­fen hat - von Start-up-Fir­men wie Fa­ce­book und Goo­gle bis hin zu Vor­zei­ge­un­ter­neh­men wie Proc­ter & Gam­ble und Ge­ne­ral Elec­tric.
Vie­le Stu­den­ten, die ihre Krea­ti­vi­tät wei­ter­ent­wi­ckeln möch­ten, schrei­ben sich an der D-School der St­an­ford Uni­ver­si­ty ein (die von Da­vid Kel­ley ge­grün­det wur­de und of­fi­zi­ell un­ter dem Na­men Has­so Platt­ner In­sti­tu­te of De­sign be­kannt ist). Aus dem glei­chen Grund wen­den Kun­den sich an Ideo, un­se­re Be­ra­tungs­fir­ma für De­sign und In­no­va­ti­on. Doch in­zwi­schen ha­ben wir ge­lernt, dass un­se­re Auf­ga­be nicht dar­in be­steht, den Leu­ten bei­zu­brin­gen, wie man krea­tiv ist. Wir müs­sen ih­nen statt­des­sen hel­fen, ihr krea­ti­ves Selbst­ver­trau­en wie­der­zuent­de­cken - ihre na­tür­li­che Fä­hig­keit, neue Ide­en zu ent­wi­ckeln, und den Mut, sie auch aus­zu­pro­bie­ren. Des­halb ver­mit­teln wir un­se­ren Stu­den­ten und Kli­en­ten Stra­te­gi­en, um vier Ängs­te zu über­win­den, die den meis­ten Men­schen im Weg ste­hen: Angst vor dem Un­be­kann­ten, vor dem Ur­teil von Mit­menschen, vor dem ers­ten Schritt und vor Kon­troll­ver­lust.
Das ist leich­ter ge­sagt als ge­tan, wer­den Sie jetzt viel­leicht ein­wen­den. Aber wir wis­sen, dass Men­schen selbst ihre am tiefs­ten sit­zen­den Ängs­te be­sie­gen kön­nen. Den­ken Sie nur ein­mal an die Ex­pe­ri­men­te des welt­be­rühm­ten Psy­cho­lo­gen und St­an­ford-Pro­fes­sors Al­bert Ban­du­ra: Er half Men­schen, ihre le­bens­lan­ge Schlan­gen­pho­bie zu über­win­den, in­dem er sie bei ei­ner Rei­he von Be­geg­nun­gen mit Schlan­gen be­glei­te­te - die den Kli­en­ten bei je­dem Auf­ein­an­der­tref­fen mehr Mut ab­ver­lang­ten. Zu­nächst muss­ten sie eine Schlan­ge durch einen Ein­weg­spie­gel be­ob­ach­ten. So­bald ih­nen das nichts mehr aus­mach­te, folg­ten die nächs­ten Schrit­te: Erst soll­ten sie das Rep­til durch eine of­fe­ne Tür be­trach­ten und dann zu­se­hen, wie je­mand an­ders die Schlan­ge an­fass­te. Als Nächs­tes soll­ten sie das Tier selbst mit ei­nem di­cken Le­der­hand­schuh be­rüh­ren und schließ­lich - nach ein paar Stun­den - mit blo­ßen Hän­den nach der Schlan­ge grei­fen. Die­se Se­rie klei­ner Er­folgs­er­leb­nis­se be­zeich­net Ban­du­ra als „ge­führ­te Meis­te­rung“. Die Men­schen, die die­sen Pro­zess durch­lie­fen, wa­ren hin­ter­her nicht ein­fach nur von ei­ner läh­men­den Angst ge­heilt, die sie für un­be­sieg­bar ge­hal­ten hat­ten. Sie wa­ren jetzt auch in an­de­ren Le­bens­be­rei­chen angst­frei­er und er­folg­rei­cher und wag­ten sich an neue, po­ten­zi­ell furcht­ein­flö­ßen­de Ak­ti­vi­tä­ten wie Rei­ten oder Re­den in der Öf­fent­lich­keit her­an. Sie ga­ben sich fort­an mehr Mühe bei ih­ren Tä­tig­kei­ten, zeig­ten mehr Durch­hal­te­ver­mö­gen und hat­ten eher die in­ne­re Kraft, sich von Miss­er­fol­gen nicht ent­mu­ti­gen zu las­sen. Die­se Leu­te hat­ten ein­fach neu­es Ver­trau­en in ihre Fä­hig­keit ge­won­nen, das zu er­rei­chen, was sie sich vor­ge­nom­men hat­ten.
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