Wie stark sind Familienbande?

FALLSTUDIE:

HBM Februar 2013

Tut mir leid, Leu­te. Nur noch ein paar Fra­gen. Ich weiß, dass euch das lang­weilt", sag­te Lau­ra, die Buch­hal­te­rin von Erbe. "Nächs­tes Mal müs­sen wir eine Fla­sche Wod­ka mit­brin­gen", wit­zel­te Brooks. "Wer so viel Zeit für un­se­re Steu­ern in­ves­tiert, soll­te we­nigs­tens Ge­le­gen­heit ha­ben, un­ser Pro­dukt zu ver­kos­ten."
„Ei­gent­lich hat­te ich ge­hofft, dass das un­se­re letz­te Be­spre­chung ist. Der Ab­ga­be­ter­min für die Steu­e­r­er­klä­rung ist nächs­te Wo­che“, seufz­te Lau­ra. „Aber wenn ich an eure Ge­schmacks­rich­tun­gen den­ke, läuft mir schon das Was­ser im Mund zu­sam­men. Doch um auf un­se­re Fra­ge zu­rück­zu­kom­men: Wie ist das Fir­men­ka­pi­tal zwi­schen euch auf­ge­teilt?“
Brooks schwieg. Lau­ra blick­te auf.
„50 zu 50“, sag­te Ty­ler. „Stimmt doch, oder nicht, Brooks?“
„Dar­über habe ich noch gar nicht nach­ge­dacht“, er­wi­der­te Brooks zö­gernd. Na­tür­lich hat­te er sich schon Ge­dan­ken über die­ses The­ma ge­macht. Er hat­te nur noch nicht mit Ty­ler dar­über ge­spro­chen.
„Wo liegt das Pro­blem? Wir sind gleich­be­rech­tig­te Part­ner. Wir ha­ben die­ses Un­ter­neh­men von An­fang an ge­mein­sam ge­führt.“
„Nicht ganz von An­fang an“, wi­der­sprach Brooks.
Schließ­lich war er der­je­ni­ge, der in der In­vest­ment­ban­king-Ab­tei­lung von Mor­gan Stan­ley fünf Jah­re lang Kun­den aus der Ge­trän­ke­bran­che be­treut und die Wachs­tum­schan­cen des Mark­tes für hoch­wer­ti­ge Spi­ri­tuo­sen er­kannt hat­te. Er war der­je­ni­ge, der sich ein Jahr frei­ge­nom­men hat­te, um als Bar­kee­per in Los An­ge­les zu ar­bei­ten und Ge­trän­kei­de­en zu tes­ten. Er war es auch, der be­schlos­sen hat­te, eine Pro­dukt­li­nie um­welt­freund­lich her­ge­stell­ter Wod­kas mit Kräu­tera­ro­ma zu kre­ie­ren, die Ba­sis von Erbe. Und er hat­te sei­ne ge­sam­ten Er­spar­nis­se - 250?000 Dol­lar - als Start­ka­pi­tal in die Fir­ma hin­ein­ge­steckt.
Na­tür­lich war auch Ty­ler von An­fang an mit da­bei ge­we­sen, und sie hat­ten sich bei der Su­che nach Ide­en im­mer ge­gen­sei­tig die Bäl­le zu­ge­spielt. Die­ses Spiel hat­ten die bei­den Vet­tern schon in ih­rer Kind­heit meis­ter­haft be­herrscht. Und na­tür­lich hat­te Ty­ler einen Mo­nat nach der Grün­dung des Un­ter­neh­mens einen ziem­lich gu­ten Pri­va­te-Equi­ty-Job auf­ge­ge­ben, um Brooks beim Auf­bau sei­ner Fir­ma zu hel­fen. Spä­ter hat­te er ih­ren ge­mein­sa­men On­kel Char­lie dazu über­re­det, in das Un­ter­neh­men zu in­ves­tie­ren. Und seit­dem hat­te er Tag für Tag die Är­mel hoch­ge­krem­pelt und kei­ne Mühe ge­scheut, wenn es um das Wohl der Fir­ma ging. Aber war das al­les wirk­lich einen 50-pro­zen­ti­gen An­teil an dem Ge­schäft wert? Da war Brooks sich nicht so si­cher.
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