Man kann nicht alles haben

SELBSTMANAGEMENT:

HBM Januar 2013

Ange­nom­men, ein Un­ter­neh­men sucht zwei Mit­ar­bei­ter für ein Pro­jekt, mit dem sie sich pro­fi­lie­ren kön­nen und das eine län­ge­re Ge­schäfts­rei­se er­for­dert. Wer soll die­sen Auf­trag über­neh­men? Je­der hat sei­ne Ver­pflich­tun­gen und steht un­ter Zeit­druck. Da ist zum Bei­spiel der jun­ge Ma­na­ger, der sehn­süch­tig auf sei­ne nächs­te Be­för­de­rung war­tet - aber er möch­te sei­ne Frau, sein klei­nes Kind und sei­nen neu­ge­bo­re­nen Sohn nicht gern al­lein las­sen. Oder der Nach­wuchs­star im Un­ter­neh­men - eine Frau, die oh­ne­hin stän­dig Über­stun­den macht, ne­ben­her an ih­rem MBA ar­bei­tet und ge­ra­de ihre Hoch­zeit plant. Dann gibt es den lei­ten­den An­ge­stell­ten, der ge­ra­de dem Vor­stand ei­ner ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­ti­on bei­ge­tre­ten ist und die ers­te Sit­zung nicht ver­säu­men möch­te. Eine wei­te­re Kan­di­da­tin ist die al­lein­ste­hen­de Kol­le­gin, die das Pro­jekt zwar gern über­neh­men wür­de, aber alle Hän­de voll da­mit zu tun hat, ih­ren Va­ter in ei­nem Pfle­ge­heim un­ter­zu­brin­gen. Und schließ­lich ist da der über­ge­wich­ti­ge Mit­ar­bei­ter, in des­sen Fa­mi­lie vie­le an Dia­be­tes er­krankt sind und der weiß, dass er für die­se Ge­schäfts­rei­se sei­ne neue Diät und sein Be­we­gungs­pro­gramm über den Hau­fen wer­fen müss­te.
Es gibt vie­le Bin­sen­weis­hei­ten über die Be­deu­tung der rich­ti­gen Work-Life-Ba­lan­ce. Doch sie alle wer­den der kom­ple­xen Si­tua­ti­on sol­cher Mit­ar­bei­ter nicht ge­recht. Das Stre­ben nach ei­nem sinn­vol­len, mög­lichst viel­sei­ti­gen Le­ben bringt Ent­schei­dun­gen mit sich, bei de­nen es so­wohl um kurz­fris­ti­ge tak­ti­sche Fra­gen („Soll ich mich für die­ses Pro­jekt mel­den?“) als auch um die lang­fris­ti­ge stra­te­gi­sche Aus­rich­tung geht („Wie muss ich mich po­si­tio­nie­ren, um be­ruf­lich vor­an­zu­kom­men?“). Ho­ward Ste­ven­son ist Un­ter­neh­mer, Pro­fes­sor, Phil­an­throp, ehe­ma­li­ger Vor­stands­vor­sit­zen­der von Har­vard Busi­ness Pu­blis­hing, Ehe­mann und Va­ter. Er hat vier Jahr­zehn­te lang stu­diert, ge­lehrt und Füh­rungs­kräf­te be­ra­ten. Er ver­gleicht die Her­aus­for­de­rung da­mit, auf ei­nem Schwe­be­bal­ken zu ba­lan­cie­ren und da­bei mit ei­nem Ei, ei­nem Kris­tall­glas, ei­nem Mes­ser und di­ver­sen an­de­ren zer­brech­li­chen oder ge­fähr­li­chen Ge­gen­stän­den zu jonglie­ren. Je wei­ter man in sei­ner Kar­rie­re und sei­nem Le­ben vor­an­schrei­tet, de­sto mehr Ver­ant­wor­tung hat man und umso mehr Chan­cen bie­ten sich. Ir­gend­wann muss man et­was fal­len las­sen, um das Gleich­ge­wicht nicht zu ver­lie­ren. Das Er­folgs­re­zept be­steht dar­in, be­wusst zu ent­schei­den, wor­auf man ver­zich­tet, statt sich un­wis­sent­lich aus­ge­rech­net vom Wich­tigs­ten zu tren­nen.
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