Inside HBR

IN EIGENER SACHE:

HBM Januar 2013

Im Ja­nu­ar 2000 mach­te der „Eco­no­mist“ der Har­vard Busi­ness Re­view (HBR) ein Rie­sen­kom­pli­ment: Der „Eco­no­mist“ be­zeich­ne­te die HBR als „Pu­bli­ka­ti­on, die fast im Al­lein­gang die Agen­da der heu­ti­gen Ma­na­ge­ment­dis­kus­sio­nen be­stimmt“. Über die­ses Lob hät­te sich der De­kan der Har­vard Busi­ness School (HBS), der die Zeit­schrift vor ge­nau 90 Jah­ren ins Le­ben rief, si­cher­lich sehr ge­wun­dert. Denn Wal­lace B. Don­ham hät­te nie ge­dacht, dass das Jour­nal mit sei­ner da­ma­li­gen Auf­la­ge von 6000 Ex­em­pla­ren mehr be­wir­ken wür­de, als frisch­ge­ba­cke­ne Ma­na­ger mit et­was bes­se­rem Hand­werks­zeug aus­zu­stat­ten. Doch der „Eco­no­mist“ hat die Zeit­schrift zu­tref­fend cha­rak­te­ri­siert. Denn in­zwi­schen - vie­le Jahr­zehn­te spä­ter - hat die HBR sich nicht nur die Au­to­ri­tät er­wor­ben, Ma­na­gern zu zei­gen, wie man sei­ne Sa­che rich­tig macht - sie de­fi­niert auch den Weg dort­hin.
Als Don­ham und sei­ne Kol­le­gen das Ma­ga­zin im Jahr 1922 in­iti­ier­ten, er­hol­te sich die Wirt­schaft ge­ra­de vom Ers­ten Welt­krieg, und die wil­den 20er Jah­re hat­ten be­gon­nen. In ei­ner Zeit, in der Un­ter­neh­men im Zeitraf­fer­tem­po wuch­sen, ging die Nach­fra­ge nach dem wach­sen­den Wis­sens­fun­dus der HBS weit über die paar hun­dert Stu­den­ten hin­aus, die sich dort im­ma­tri­ku­lie­ren konn­ten. In die­ser Si­tua­ti­on wur­de die Har­vard Busi­ness Re­view zu ei­ner Art Be­trie­bs­wirt­schaft­sex­amen für arme Leu­te.
Das heißt nicht, dass das Abo bil­lig war: In sei­nem Buch „A De­li­ca­te Ex­pe­ri­ment“ (ei­ner Chro­nik der ers­ten vier Jahr­zehn­te der HBS) schreibt Jeffrey Cruiks­hank, dass die Kos­ten­fra­ge zu ei­nem der ers­ten Streit­punk­te bei dem neu­en Pro­jekt des De­kans wur­de. Der ex­ter­ne Ver­le­ger der Re­view, Arch Shaw, hat­te zu­vor als Do­zent an der Schu­le ge­lehrt und lie­b­äu­gel­te mit ei­nem Preis, der die HBR für ein brei­tes Pu­bli­kum in­ter­essant ma­chen wür­de. Doch Don­ham be­stand auf ei­nem Jah­res­abon­ne­ment in Höhe von fünf Dol­lar. „Das war da­mals eine Men­ge Geld“, schreibt Cruiks­hank, „aber nicht teu­rer als das Vor­bild, an dem Don­ham sich ori­en­tier­te: das “Quar­ter­ly Jour­nal of Eco­no­mics„ der Fa­kul­tät für Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten.“ Schließ­lich gab Shaw nach, „er­klär­te aber, dass die­se Ent­schei­dung [ihm] ,das Herz bre­chen wür­de'“.
Viel­leicht hat Shaw mit sei­nen Preis­vor­stel­lun­gen doch recht ge­habt. Der Abon­nen­ten­kreis der Re­view, der ei­gent­lich als Ein­nah­me­quel­le für die da­mals noch in den Kin­der­schu­hen ste­cken­de Fall­stu­di­en­for­schung der Har­vard Busi­ness School ge­dacht war, blieb näm­lich re­la­tiv klein, und die Zeit­schrift kam in den nächs­ten 25 Jah­ren kaum aus den ro­ten Zah­len. Doch da­für er­warb sich die Fa­kul­tät eine im­mer hö­he­re Kom­pe­tenz in der Um­set­zung gründ­li­cher For­schung in eine le­sens­wer­te Lek­tü­re für Ma­na­ger. Und nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs konn­te die HBR end­lich aus dem da­mals auf­kom­men­den Boom Ka­pi­tal schla­gen. Jetzt über­nahm die Schu­le selbst die Pu­bli­ka­ti­on. Die Auf­la­ge stieg von 14000 Abon­nen­ten im Jahr 1945 auf 83000 Ex­em­pla­re 1965 - wei­te­re 20 Jah­re spä­ter lag sie be­reits bei 243000.
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