Das Jahrhundert des Managements

WIRTSCHAFTSGESCHICHTE:

HBM Januar 2013

Wenn Sie die Fra­ge be­ant­wor­ten müss­ten, wann und wo die ers­ten An­zei­chen für das Jahr­hun­dert des Ma­na­ge­ments zu er­ken­nen wa­ren, gäbe es schlech­te­re Ant­wor­ten als „in Chi­ca­go, im Mai 1886“. Dort sprach Hen­ry R. Tow­ne, Mit­grün­der der Yale Lock Ma­nu­fac­tu­ring Com­pa­ny, vor der da­mals kurz zu­vor ge­grün­de­ten Ame­ri­can So­cie­ty of Me­cha­ni­cal En­gi­neers. Der Ti­tel sei­ner Rede: „Der In­ge­nieur als Öko­nom“. Es gebe gute In­ge­nieu­re und es gebe gute Ge­schäfts­leu­te, ar­gu­men­tier­te Tow­ne, aber sel­ten kom­me bei­des in ei­ner Per­son zu­sam­men. „Die Steue­rung von Ar­beit ist eine An­ge­le­gen­heit von so großer und weit­rei­chen­der Be­deu­tung ge­wor­den, dass es mög­li­cher­wei­se ge­recht­fer­tigt ist, sie als eine mo­der­ne Wis­sen­schaft an­zu­se­hen“, sag­te er.
Die Rede läu­te­te in min­des­tens drei­er­lei Hin­sicht eine neue Rea­li­tät ein. Zu­nächst schuf Tow­ne ein ver­än­der­tes Be­wusst­sein: Er be­schrieb Ma­na­ge­ment als eine An­samm­lung von Me­tho­den, die ana­ly­siert und ver­bes­sert wer­den könn­ten. Dann ver­or­te­te er die­se in der Öko­no­mie, was für sei­ne Zu­hö­rer be­deu­te­te, die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Res­sour­cen mit ma­xi­ma­ler Ef­fi­zi­enz ein­zu­set­zen. Das Pu­bli­kum be­stand aus In­ge­nieu­ren - und in den Jahr­zehn­ten dar­auf soll­ten ei­ni­ge die­ser Meis­ter der Tech­nik, dar­un­ter Fre­de­rick Winslow Tay­lor, Mi­cha­el Por­ter, Tom Pe­ters und Mi­cha­el Ham­mer, die Ge­schich­te des Ma­na­ge­ments maß­geb­lich be­ein­flus­sen.
Tow­ne hat­te den rich­ti­gen Zeit­punkt er­wi­scht. Im fol­gen­den Jahr­hun­dert bil­de­te sich die Dis­zi­plin des Ma­na­ge­ments her­aus, wie wir sie heu­te ken­nen. Sie hat es ge­schafft, die Ar­beits­welt deut­lich zu ver­än­dern. Die Zeit von 1880 bis heu­te lässt sich in drei Pha­sen ein­tei­len. Die ers­te Pe­ri­ode dau­er­te bis zum Zwei­ten Welt­krieg. In ihr ent­stand eine selbst er­nann­te, am­bi­tio­nier­te Ma­na­ge­men­te­li­te, die nach wis­sen­schaft­li­cher Ge­nau­ig­keit streb­te. Die zwei­te Pha­se, von den spä­ten 40ern bis 1980, war für das Ma­na­ge­ment eine Wohl­fühl­zeit: Das ei­ge­ne Selbst­be­wusst­sein und die Un­ter­stüt­zung der Öf­fent­lich­keit er­reich­ten ih­ren Hö­he­punkt. Die drit­te Pha­se hält bis heu­te an und ist von Rück­zug ge­prägt - hin zu Spe­zia­li­sie­rung, zu mehr De­mut ge­gen­über den Markt­kräf­ten, aber auch zu nied­ri­ge­ren mo­ra­li­schen An­sprü­chen. Zu­gleich aber ist es eine Zeit des glo­ba­len Tri­um­phs. Das lässt sich nicht nur an der stei­gen­den Pro­duk­ti­vi­tät mes­sen, son­dern auch dar­an, dass MBA-Ab­schlüs­se welt­weit auf dem Vor­mar­sch sind und dass die Er­war­tun­gen an den Um­gang mit Ar­beits­kräf­ten ge­stie­gen sind. Über vie­le grund­le­gen­de Kon­zep­te herrscht nun Ei­nig­keit.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
12
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
16
Zeichen:
50.648
Nachdrucknummer:
201301026
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
Nach oben