Mein Freund, der Pendler

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HBM Januar 2013

Pro­fes­sor Wyer, wol­len Sie uns wirk­lich weis­ma­chen, dass wir Men­schen al­lein des­halb sym­pa­thi­scher fin­den, weil sie sich in die­sel­be Rich­tung be­we­gen wie wir?
WYER Ich war selbst über­rascht von dem Re­sul­tat der Um­fra­gen, von de­nen eine üb­ri­gens in Hong­kong, die an­de­re in den USA durch­ge­führt wur­de. Aber das Er­geb­nis war ein­deu­tig: Men­schen, die zur Ar­beit in die­sel­be Rich­tung pen­del­ten wie ihr Ehe­part­ner, wa­ren glück­li­cher mit ih­rer Be­zie­hung als an­de­re. Wir ge­hen da­von aus, dass das da­mit zu tun hat, dass Men­schen die Gleich­ge­rich­tet­heit un­be­wusst mit dem Ver­fol­gen ge­mein­sa­mer Zie­le gleich­set­zen.
Mei­ne Mit­ar­bei­ter - die bei­den Dok­to­ran­den Ire­ne Huang und Ping Dong so­wie Xian­chi Dai, eben­falls Fa­kul­täts­mit­glied an der Uni­ver­si­tät in Hong-kong - hat­ten ge­le­sen, dass das Feh­len ge­mein­sa­mer Zie­le ein großer Quell für ehe­li­che Un­zu­frie­den­heit ist. Dar­über­hin­aus gilt auch die täg­li­che Pen­de­lei zur Ar­beit als Ur­sa­che für viel Un­mut. Das hat uns neu­gie­rig ge­macht: Wir woll­ten her­aus­fin­den, ob die­se bei­den Fak­to­ren mit­ein­an­der kor­re­lie­ren. Na­tür­lich könn­te es aber für un­se­re Er­geb­nis­se auch an­de­re Er­klä­run­gen ge­ben: Es könn­te etwa sein, dass Ehe­part­ner, die räum­lich nah bei­ein­an­der ar­bei­ten, in der­sel­ben Bran­che tä­tig sind und da­her die­sel­ben Ar­beits­zei­ten und vie­le ge­mein­sa­me Fei­er­abend­stun­den ha­ben. Ge­nau des­we­gen ha­ben wir die Stu­die mit Frem­den und un­ter kon­trol­lier­ten La­bor­be­din­gun­gen wie­der­holt: Die­ser Kniff er­laub­te uns, die Tat­sa­che, dass ein Men­sch sich in die­sel­be Rich­tung be­wegt wie man selbst, von an­de­ren Fak­to­ren zu iso­lie­ren. Das Er­geb­nis war ein­deu­tig: Auch zu­fäl­lig zu­sam­men­ge­wür­fel­te Part­ner fan­den sich sym­pa­thi­scher, wenn sie Weg­ge­fähr­ten wa­ren - und zwar selbst dann, wenn sie die Rou­te zu ver­schie­de­nen Zei­ten und auf un­ter­schied­li­che Art und Wei­se be­wäl­tig­ten. Die La­bor­un­ter­su­chun­gen ha­ben uns in un­se­rer ers­ten In­ter­pre­ta­ti­on be­stärkt.
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