Gefährliche Hybris

FÜHRUNG:

HBM Januar 2013

Böse Zun­ge be­haup­ten, dass es kaum einen Be­reich in der Un­ter­neh­mens­füh­rung gibt, in dem ähn­lich viel vor­ge­täuscht und pa­ra­phra­siert wird wie im Per­so­nal­be­reich. Wenn es um die Be­set­zung neu­er Po­si­tio­nen geht, ver­fah­ren vie­le Fir­men noch im­mer nach Sche­ma F: Be­för­dert oder ein­ge­stellt wird, wer sich im As­sess­ment-Cen­ter wa­cker schlägt oder über­durch­schnitt­lich gut ver­kau­fen kann. Dass die Selbst­dar­stel­lung da­bei nicht im­mer mit der spä­te­ren Per­for­man­ce der Kan­di­da­ten kor­re­lie­ren muss, mö­gen vie­le Men­schen ah­nen. Ak­tu­el­le For­schungs­er­geb­nis­se der Lud­wig-Ma­xi­mi­lians-Uni­ver­si­tät Mün­chen (LMU) deu­ten nun je­doch an, dass auch schein­bar har­te Qua­li­täts­merk­ma­le wie die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on und Be­rufs­er­fah­rung ei­ner po­ten­zi­el­len Füh­rungs­kraft kein Ga­rant für de­ren Leis­tungs­pro­gno­se sein müs­sen. Mit­un­ter kann so­gar ge­nau das Ge­gen­teil ein­tre­ten: Die bei­den Fak­to­ren kön­nen das Ri­si­ko für spä­te­res Miss­ma­na­ge­ment so­gar noch ver­stär­ken.
Bei­spiel IT-Bran­che: Rund ein Fünf­tel al­ler IT-Aus­ga­ben muss hier als Feh­lin­ves­ti­ti­on ab­ge­schrie­ben wer­den. Nicht etwa, weil das zum nor­ma­len un­ter­neh­me­ri­schen Ri­si­ko ge­hört, son­dern weil sich die ver­ant­wort­li­chen Füh­rungs­kräf­te zu­vor selbst über­schätzt ha­ben - also zum Zeit­punkt der In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dung hin­sicht­lich ih­res per­sön­li­chen Kön­nens und Wis­sens eine Fehl­ein­schät­zung tra­fen, die häu­fig noch von der Il­lu­si­on be­glei­tet wird, Er­eig­nis­se und Ent­wick­lun­gen kon­trol­lie­ren zu kön­nen. An­ge­sichts die­ser ho­hen Miss­er­folgs­quo­te woll­ten die LMU-For­scher her­aus­fin­den, wel­che Ri­si­ko­fak­to­ren In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen in IT-Un­ter­neh­men ne­ga­tiv be­ein­flus­sen. Vor­an­ge­gan­ge­ne Un­ter­su­chun­gen zeig­ten be­reits, dass sich Un­ter­neh­men bei In­ves­ti­tio­nen in ihre IT weit­ge­hend auf das Ur­teil ih­rer rang­höchs­ten IT-Füh­rungs­kraft ver­las­sen. Doch in­wie­weit neh­men das Per­sön­lich­keitspro­fil und die Be­rufs­er­fah­rung die­ser Per­so­nen auf die Qua­li­tät der Ent­schei­dung Ein­fluss? Die Er­geb­nis­se aus der LMU-Be­fra­gung von 166 IT-Ma­na­gern ganz un­ter­schied­li­cher Hier­ar­chie­ebe­nen stim­men nach­denk­lich.
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