Die jungen Wilden

INTERNATIONALISIERUNG:

HBM Dezember 2012

Viele in­ter­na­tio­nal agie­ren­de Kon­zer­ne aus Schwel­len­län­dern sind über­ra­schend ge­schickt. Sie fin­den Lö­sun­gen für Her­aus­for­de­run­gen, die die Un­ter­neh­men aus alt­ein­ge­ses­se­nen In­dus­trie­staa­ten eher zö­gernd an­neh­men - oder von vorn­her­ein mei­den. Das hat den Un­ter­neh­men Wege in Re­gio­nen er­öff­net, in de­nen eta­blier­te Kon­zer­ne Schwie­rig­kei­ten ha­ben zu wach­sen. Die Fer­tig­keit könn­te den Un­ter­neh­men aus we­ni­ger ent­wi­ckel­ten Na­tio­nen so­gar einen Wett­be­wer­bs­vor­teil ver­schaf­fen, wenn sie sich im Kopf-an-Kopf-Ren­nen mit Kon­kur­ren­ten aus der Al­ten Welt be­haup­ten müs­sen.
Ver­fü­gen Kon­zer­ne aus Wachs­tums­märk­ten also über ver­bor­ge­ne stra­te­gi­sche Vor­tei­le, die ih­ren Wett­be­wer­bern aus den In­dus­trie­na­tio­nen feh­len? Nein - und ja. Un­se­re breit an­ge­leg­te Stu­die mit 18 un­ter­such­ten Un­ter­neh­men aus Asi­en, dem Mitt­le­ren Os­ten und La­tein­ame­ri­ka zeigt, dass Kon­zer­ne aus auf­stre­ben­den Märk­ten kei­ne be­son­de­re Stra­te­gie ver­fol­gen. De fac­to ma­chen sich vie­le von ih­nen we­nig aus Stra­te­gi­en, zu­min­dest in der klas­si­schen Form, wie sie an Hoch­schu­len ge­lehrt und auf Vor­stand­se­ta­gen in Nord­ame­ri­ka, Eu­ro­pa und Ja­pan ver­tre­ten wer­den. Ihre füh­ren­den Köp­fe ver­brin­gen deut­lich we­ni­ger Zeit da­mit, Schrit­te von lan­ger Hand zu pla­nen und Pro­gno­sen zu er­stel­len, als ihre Kol­le­gen aus den In­dus­tri­e­län­dern. Ihre Stra­te­gie lau­tet: Er­grei­fe die Ge­le­gen­heit, auch wenn er­heb­li­che Ri­si­ken dro­hen, und mar­schie­re so­fort Rich­tung Ziel. Viel­leicht ist das der Grund, wa­rum ih­nen die In­dus­trie­na­tio­nen nicht den­sel­ben Re­spekt ent­ge­gen­brin­gen wie zum Bei­spiel Ge­ne­ral Elec­tric, IBM oder Proc­ter & Gam­ble. Nur we­ni­ge Kon­zer­ne aus Schwel­len­län­dern schaf­fen es auf die Lis­te der 50 be­lieb­tes­ten Un­ter­neh­men des US-Wirt­schafts­ma­ga­zins „For­tu­ne“.
Doch die Un­ter­neh­men ver­fü­gen über einen ent­schei­den­den Vor­teil, der aus ei­ner Welt stammt, in der sich die Be­din­gun­gen für die Wirt­schaft im per­ma­nen­ten Fluss be­fin­den. Wo Ar­beits­kraft im Über­fluss vor­han­den ist - bil­lig, aber häu­fig un­qua­li­fi­ziert. Wo die In­fra­struk­tur weit vom mo­der­nen Stan­dard ent­fernt ist. Wo sich ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen un­vor­her­seh­bar schnell än­dern kön­nen und po­li­ti­sche In­sta­bi­li­tät an der Ta­ges­ord­nung ist. Sie sind un­ge­dul­di­ger als Un­ter­neh­men aus den In­dus­trie­staa­ten - ihre in­ter­ne Uhr scheint schnel­ler zu ti­cken. Sie zie­hen Mög­lich­kei­ten in Be­tracht, die von eta­blier­ten Kon­zer­nen ver­nach­läs­sigt wer­den. Sie su­chen das Ri­si­ko und to­le­rie­ren mehr Feh­ler.
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