Der Aufstieg des Super-Zeitarbeiters

KARRIERE:

HBM November 2012

Ed Tre­vi­sa­ni ver­bringt nach Schul­schluss gern Zeit mit sei­nen Söh­nen. Er be­tä­tigt sich eh­ren­amt­lich als Pfad­fin­der­lei­ter, sitzt in ge­mein­nüt­zi­gen Aus­schüs­sen und un­ter­rich­tet Ma­na­ge­ment an ver­schie­de­nen Unis im Um­kreis von Phil­adel­phia. Manch­mal sieht man ihn mit­ten in der Wo­che an ei­nem schö­nen Tag ge­müt­lich hin­ter sei­nem Haus auf der Ve­ran­da sit­zen. Kein schlech­tes Le­ben für einen Mann, der im­mer noch so viel ver­dient wie zu sei­nen Zei­ten als Part­ner bei IBM und Pri­ce­wa­ter­hou­se­Coo­pers.
Tre­vi­sa­ni hat sei­nen MBA an der Whar­ton School ge­macht und für Ge­ne­ral Elec­tric ge­ar­bei­tet. Jetzt ma­nagt er be­deu­ten­de Pro­jek­te für „For­tu­ne“-500-Un­ter­neh­men und berät Füh­rungs­kräf­te in be­trieb­li­chen Fra­gen, beim Change-Ma­na­ge­ment und bei der Be­wer­tung mög­li­cher Fu­sio­nen. All die­se Auf­ga­ben er­le­digt er auf be­fris­te­ter Ba­sis als un­ab­hän­gi­ger Auf­trag­neh­mer.
Be­zeich­nen wir Tre­vi­sa­ni als Su­per-Zeit­ar­bei­ter (Eng­lisch: Su­per­temp). Ge­nau wie an­de­re sei­nes Schla­ges ge­hört er zur „Free Agent Na­ti­on“, die Best­sel­ler­au­tor Da­niel Pink vor zehn Jah­ren ins In­ter­es­se der Öf­fent­lich­keit ge­rückt hat. Al­ler­dings be­we­gen sie sich in ei­nem höchst ex­klu­si­ven Um­feld. Su­per-Zeit­ar­bei­ter sind Top­ma­na­ger und Ex­per­ten - An­wäl­te, Fi­nanz­fach­leu­te, Be­ra­ter -, die Spit­zenu­nis be­sucht und in füh­ren­den Un­ter­neh­men ge­ar­bei­tet ha­ben, be­vor sie sich dazu ent­schlos­sen, ihre Lauf­bahn un­ab­hän­gig von ei­ner be­stimm­ten Fir­ma auf Pro­jek­te­be­ne zu ver­fol­gen. Un­ter­neh­men ver­trau­en ih­nen im­mer wich­ti­ge­re Auf­ga­ben an - Tä­tig­kei­ten, die frü­her von fest an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­tern oder eta­blier­ten Fremd­fir­men er­le­digt wur­den. Neue Ver­mitt­ler sind auf der Bild­flä­che er­schie­nen, die einen Markt für her­aus­ra­gen­de Ta­len­te schaf­fen. Die Zahl der Su­per-Zeit­ar­bei­ter steigt ste­tig an, und wir sind über­zeugt da­von, dass sie das Wirt­schafts­le­ben schon bald nach­hal­tig ver­än­dern wer­den.
Die meis­ten Su­per-Zeit­ar­bei­ter sind aus großen Un­ter­neh­men, An­walts­kanz­lei­en und Un­ter­neh­mens­be­ra­tun­gen ge­flüch­tet. Sie wis­sen die Au­to­no­mie und Fle­xi­bi­li­tät der be­fris­te­ten oder pro­jekt­ba­sier­ten Ar­beit zu schät­zen und stel­len fest, dass die Ver­gü­tung mit dem ver­gleich­bar ist, was sie in Fes­t­an­stel­lung ver­dient ha­ben. Manch­mal be­kom­men sie so­gar mehr. Den end­lo­sen in­ter­nen Mee­tings und In­tri­gen ha­ben sie den Rücken ge­kehrt. Tre­vi­sa­ni schätzt, dass die frü­her 30 bis 40 Pro­zent sei­ner Ar­beits­zeit aus­mach­ten. Jetzt, zehn Jah­re nach sei­nem Ab­sprung in die freie Tä­tig­keit, stürzt er sich mit gan­zem Elan in fes­seln­de Auf­ga­ben, die all sein Kön­nen for­dern: In­te­rims­ge­schäfts­füh­rer für eine in­ter­na­tio­na­le Han­dels­ge­sell­schaft, Ent­wick­lung ei­ner M&A-Stra­te­gie für ein welt­weit tä­ti­ges In­dus­trie­un­ter­neh­men, Lei­tung der IT-Aus­wahl für eine glo­ba­le Ver­si­che­rungs­fir­ma. Die Ver­wal­tung sei­ner Ar­beits­kraft nimmt ver­gleichs­wei­se we­nig Zeit in An­spruch. „Ich bin selbst­stän­dig, weil es mir Spaß macht und ich Füh­rungs­kräf­ten zum Er­folg ver­hel­fen kann“, so Tre­vi­sa­ni. Dass er zu­dem ein­fach so be­schlie­ßen kann, zwei Mo­na­te aus­zu­set­zen, um sich sei­ner Fa­mi­lie zu wid­men oder mit ihr zu ver­rei­sen, ist da nur das Sah­ne­häub­chen.
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