Das Gutmenschen-Syndrom

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HBM November 2012

Pro­fes­sor Mo­gil­ner, laut Ih­ren Stu­di­en sorgt das schein­bar sinn­lo­se Ver­schen­ken der ei­ge­nen Zeit da­für, dass man da­nach das Ge­fühl hat, mehr da­von zu ha­ben als zu­vor. Liegt das Ge­heim­nis der Pro­duk­ti­vi­tät also dar­in, wohl­tä­tig zu sein?
MO­GIL­NER Die Er­geb­nis­se zei­gen, dass Zeit, die man da­mit ver­bringt, an­de­ren zu hel­fen, da­für sorgt, dass man hin­ter­her das Ge­fühl hat, ein satt ge­füll­tes Stun­den­kon­to zu ha­ben - wei­taus mehr als nach Pe­ri­oden, in de­nen man sich um sich selbst dreht oder un­er­war­tet über Frei­zeit ver­fügt.
In den ers­ten bei­den Ex­pe­ri­men­ten ha­ben mei­ne Kol­le­gen und ich be­ob­ach­tet, dass Men­schen, die ei­nem kran­ken Kind eine Nach­richt schrie­ben oder sams­tags mor­gens ei­nem Men­schen bei ei­ner Klei­nig­keit hal­fen, ihre Zu­kunft wei­taus häu­fi­ger als gren­zen­los be­zeich­ne­ten als an­de­re. Auch in un­se­rem drit­ten Ex­pe­ri­ment emp­fan­den Men­schen, die etwa Pro­blem­schü­lern hal­fen, einen Auf­satz zu schrei­ben, ihre Zeit als wei­taus we­ni­ger knapp als an­de­re und ga­ben häu­fi­ger an, dass sie noch Ka­pa­zi­tät hät­ten, an­de­re zu un­ter­stüt­zen. Dass die­se Aus­sa­gen mehr als blo­ße Phra­sen wa­ren, zeig­te sich, als wir die Pro­ban­den frag­ten, ob sie be­reit wä­ren, in der dar­auf­fol­gen­den Wo­che an be­zahl­ten On­li­ne-Um­fra­gen mit­zu­wir­ken: Sie rea­gier­ten im Schnitt po­si­ti­ver als die Mit­glie­der der Kon­troll­grup­pe, die zu­vor nach Hau­se ge­schickt wor­den wa­ren: Die Grup­pe der­je­ni­gen, die den Schü­lern ge­hol­fen hat­ten, gab an, etwa 38 Mi­nu­ten für den Job ent­beh­ren zu kön­nen - 9 Mi­nu­ten mehr als die Teil­neh­mer der Kon­troll­grup­pe. Als es dar­um ging, beim Wort ge­nom­men zu wer­den und an den On­li­ne-Um­fra­gen mit­zu­wir­ken, in­ves­tier­ten die Be­frag­ten tat­säch­lich 7 Mi­nu­ten mehr in den Ne­ben­job als ihre Kol­le­gen.
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