Recruiting im Jahr 2020

PERSONAL:

HBM November 2012

Vor­weg eine schlech­te Nach­richt für alle Aus-dem-Bauch-Ent­schei­der und An­hän­ger des Na­sen­fak­tors: Wer Be­wer­ber vor al­lem da­nach aus­wählt, ob sie sym­pa­thisch wir­ken oder die glei­che Uni­ver­si­tät be­sucht ha­ben wie man selbst, ge­hört bald zu ei­ner aus­ster­ben­den Spe­zi­es. Die Be­deu­tung von un­struk­tu­rier­ten Jo­b­in­ter­views - in­tui­tiv ge­führ­ten Ge­sprä­chen ohne Leit­fa­den - wird in den kom­men­den Jah­ren deut­lich sin­ken. Das ist ei­nes der Er­geb­nis­se un­se­rer em­pi­ri­schen Stu­die zur Zu­kunft der Per­so­nal­aus­wahl.
Um sich stra­te­gisch aus­zu­rich­ten, ist es für Füh­rungs­kräf­te, Per­so­nal­ma­na­ger und Un­ter­neh­mens­be­ra­ter wich­tig zu wis­sen, wie sich die Per­so­nal­aus­wahl in Deutsch­land ent­wi­ckeln wird. Des­halb ha­ben wir uns in ei­ner so­ge­nann­ten Del­phi-Stu­die die­sem The­ma ge­wid­met und plau­si­ble Sze­na­ri­en und Trends er­mit­telt. Wei­ter­hin un­ter­such­ten wir, wel­che Be­deu­tung ver­schie­de­ne Per­so­nal­aus­wah­l­in­stru­men­te in der Zu­kunft ha­ben wer­den.
Die Del­phi-Me­tho­de ist ein mehr­stu­fi­ges Ex­per­ten­be­fra­gungs­ver­fah­ren. Da­bei be­kom­men die Teil­neh­mer der spä­te­ren Run­den die Er­geb­nis­se der ers­ten Run­den in an­ony­mi­sier­ter Form vor­ge­legt. Durch die­ses Vor­ge­hen fal­len die kol­lek­ti­ven Ein­schät­zun­gen in der Re­gel prä­zi­ser aus als in­di­vi­du­el­le Ur­tei­le.

WIE WIR FORSCH­TEN
Für un­se­re Stu­die be­frag­ten wir Per­so­nal­ex­per­ten in drei Del­phi-Run­den. In der ers­ten ant­wor­te­ten 15 Ex­per­ten mit min­des­tens zehn Jah­ren ein­schlä­gi­ger Be­rufs­er­fah­rung auf qua­li­ta­ti­ve Fra­gen zur Zu­kunft der Per­so­nal­aus­wahl. Auf Ba­sis ih­rer Ant­wor­ten ent­wi­ckel­ten wir sie­ben Sze­na­ri­en, wie sich die Per­so­nal­aus­wahl bis zum Jahr 2020 ent­wi­ckeln könn­te. An­schlie­ßend folg­ten zwei quan­ti­ta­ti­ve Run­den, um die qua­li­ta­ti­ven Er­geb­nis­se ab­zu­si­chern. An die­sen nah­men 217 be­zie­hungs­wei­se 195 Per­so­nal­ex­per­ten mit durch­schnitt­lich neun Jah­ren Be­rufs­er­fah­rung teil. Die­se schätz­ten ein, wie ver­brei­tet ein Sze­na­rio heu­te ist und im Jahr 2020 sein wird.
Was hat nun un­se­re Stu­die er­ge­ben? Zu­nächst ein­mal eine kla­re Ranglis­te der wich­tigs­ten Per­so­nal­aus­wah­l­in­stru­men­te: Ei­ni­ge be­fin­den sich of­fen­bar auf dem ab­stei­gen­den Ast, wäh­rend an­de­re stark an Be­deu­tung ge­win­nen wer­den (sie­he Kas­ten „Me­tho­den­mix“) . Größ­ter Ver­lie­rer: das un­struk­tu­rier­te In­ter­view. Wie zwei von uns im Har­vard Busi­ness Ma­na­ger nach­wie­sen („Acht My­then über Eig­nungs­tests“, sie­he Hin­weis un­ter „Ser­vice“ am Ende des Bei­trags), ist die­ses Ver­fah­ren in deutsch­spra­chi­gen Un­ter­neh­men nach wie vor das be­lieb­tes­te - ob­wohl un­struk­tu­rier­te Jo­b­in­ter­views in Be­zug auf spä­te­ren Be­rufs­er­folg die ge­rings­te Vor­her­sa­ge­ge­nau­ig­keit auf­wei­sen.
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