Fairness zahlt sich aus

KUNDENORIENTIERUNG:

HBM Oktober 2012

Fair­ness bei Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen ist ein heiß dis­ku­tier­tes The­ma. Ver­brau­cher sind zu­neh­mend da­von über­zeugt, dass das Fi­nanz­sys­tem vor al­lem sei­nen ei­ge­nen In­sti­tu­tio­nen nützt und we­ni­ger den Kun­den. Selbst die Mi­kro­fi­nanz­bran­che, lan­ge ein Mus­ter­bei­spiel für wohl­tä­ti­gen Ka­pi­ta­lis­mus, wird mitt­ler­wei­le in­fra­ge ge­stellt. Als Fol­ge da­von müs­sen sich Ban­ker und an­de­re Fi­nanz­pro­fis in den west­li­chen Staa­ten auf eine Wel­le neu­er Re­gu­lie­rungs­vor­schrif­ten ein­stel­len. Und Geld­in­sti­tu­te in Schwel­len­märk­ten wie Chi­na und Bra­si­li­en wer­den ver­mut­lich in ab­seh­ba­rer Zeit stark re­gu­liert und vom Wett­be­werb ab­ge­schot­tet blei­ben.
Ei­ner der Grün­de für die Re­gu­lie­rungs­wut liegt in der An­nah­me, dass eine Bank un­mög­lich Geld ver­die­nen kann, wenn sie sich ih­ren Kun­den ge­gen­über fair ver­hält, und dass sich Fair­ness des­halb nur über Ge­set­ze oder Re­gu­lie­rung ge­währ­leis­ten lässt. Aber das ist nicht rich­tig. Bank­ge­schäf­te kön­nen durch­aus fair und pro­fi­ta­bel zu­gleich be­trie­ben wer­den. Mehr noch: Fair­ness kann so­gar einen Wett­be­wer­bs­vor­teil brin­gen.
Un­ser Be­leg da­für kommt aus ei­nem Seg­ment der Fi­nanz­bran­che, das nur sel­ten in Zu­sam­men­hang mit Fair­ness ge­bracht wird: Kon­su­men­ten­kre­di­te. Der Ruf die­ses Ge­schäfts­zweigs, zu dem Kre­dit­kar­ten, Klein­kre­di­te, Fi­nan­zie­run­gen beim Kauf vor Ort und der­glei­chen ge­hö­ren, ist so ram­po­niert, dass jede Be­haup­tung von „Fair­ness“ bei den Kun­den auf ex­tre­me Skep­sis stößt.
Die Team­Bank, die zur ge­nos­sen­schaft­li­chen Fi­nanz­grup­pe Volks­ban­ken Raiff­ei­sen­ban­ken (im Fol­gen­den VBRB-Grup­pe ge­nannt) ge­hört, hat es je­doch ge­schafft, in die­sem Um­feld er­folg­reich einen ei­ge­nen Weg zu ge­hen: Sie ent­wi­ckel­te ihre Kon­su­men­ten­kre­dit-Pro­dukt­li­nie ea­sy­Cre­dit zu ei­ner Mar­ke, die das un­schar­fe Kon­zept der Fair­ness durch kla­re, glaub­wür­di­ge Pro­dukt­merk­ma­le und be­trieb­li­che Pro­zes­se sicht­bar macht. Mit ei­ner Bi­lanz­sum­me von 7,3 Mil­li­ar­den Euro, ei­nem Be­trie­bs­ge­winn von 167 Mil­lio­nen Euro und fast 600 000 Kun­den ist die Team­Bank der dritt­größ­te An­bie­ter von Kon­su­men­ten­kre­di­ten in Deutsch­land. 2011 wuchs sie in ei­nem sta­gnie­ren­den Markt um 17 Pro­zent. Ihre Aus­fall­quo­te (die Rate der nicht zu­rück­ge­zahl­ten Kre­di­te - Anm. d. Red.) ist deut­lich ge­rin­ger als im Bran­chen­durch­schnitt.
Und ob­wohl die Team­Bank kei­nes­wegs die nied­rigs­ten Zin­sen am Markt ver­langt, ha­ben die deut­schen Ver­brau­cher - die als be­wan­dert in fi­nan­zi­el­len Din­gen und als no­to­risch spar­sam gel­ten - mit ih­rer Geld­bör­se für sie ge­stimmt. Da­mit zei­gen sie, dass aus­ge­präg­te Fair­ness als Stra­te­gie durch­aus funk­tio­nie­ren kann und Ban­ken nicht nur über den Preis in Wett­be­werb tre­ten müs­sen.
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