Die disruptive Karriere

SELBSTMANAGEMENT:

HBM September 2012

Mein ei­ge­ner Kar­rie­re­weg ist recht un­ge­wöhn­lich: Ich star­te­te als Se­kre­tä­rin an der Wall Street, ar­bei­te­te mich erst ins In­vest­ment­ban­king hoch, um dann einen Schritt zu­rück­zu­ge­hen und Ak­ti­en­ana­lys­tin zu wer­den. Acht Jah­re spä­ter gab ich die­sen Job auf, um eine TV-Sen­dung zu pro­du­zie­ren und ein Kin­der­buch zu schrei­ben. Es en­de­te da­mit, dass ich be­gann, über The­men rund um Ar­beit und Frei­zeit zu blog­gen und zu­sam­men mit ei­nem Mann, den ich in der Kir­che ken­nen­ge­lernt hat­te, einen Hed­ge­fonds zu grün­den. Einen ty­pi­schen Auf­stieg durch eine Un­ter­neh­mens­hier­ar­chie kann man das nicht nen­nen. Aber mein Le­bens­lauf könn­te bald ganz nor­mal sein.
In den USA und vie­len an­de­ren Markt­wirt­schaf­ten ist die Idee, ein Le­ben lang für den­sel­ben Ar­beit­ge­ber tä­tig zu sein, längst über­holt. Nach Da­ten des U. S. Bu­reau of La­bor Sta­ti­stics (BLS) liegt die Ver­weil­dau­er von Ar­beit­neh­mern über 25 Jah­re in ei­nem Un­ter­neh­men seit 1983 durch­schnitt­lich bei etwa fünf Jah­ren; bei Män­nern geht sie et­was zu­rück. Laut ei­ner wei­te­ren BLS-Stu­die hat­ten Ba­by­boo­mer der Ge­burts­jahr­gän­ge 1957 bis 1964 zwi­schen dem 18. und 44. Le­bens­jahr im Schnitt elf un­ter­schied­li­che Jobs. Un­ter­su­chun­gen über lang­fris­ti­ge Be­schäf­ti­gun­gen von 1976 bis 2006 zeich­nen ein ähn­li­ches Bild: Der An­teil von Men­schen, die 10 oder so­gar 20 Jah­re beim sel­ben Ar­beit­ge­ber blei­ben, sinkt.
We­ni­ger gut do­ku­men­tiert sind Be­rufs­wech­sel, weil sie schwie­ri­ger zu de­fi­nie­ren sind als blo­ße Job­wech­sel. Trotz­dem glau­ben vie­le Öko­no­men und So­zio­lo­gen, dass auch die­se häu­fi­ger wer­den, und vie­le Ein­zel­fäl­le stüt­zen die­se Ver­mu­tung.
Neh­men wir Mar­tin Cramp­ton, einen frü­he­ren For­scher und Ma­the­ma­ti­k­leh­rer aus Aus­tra­li­en. Aus ei­nem kur­z­en Ein­satz als Ent­wick­ler und Demo-Spe­zia­list für eine Soft­wa­re­fir­ma in Mel­bour­ne ent­stand eine jahr­zehn­te­lan­ge Mar­ke­ting­kar­rie­re, zu­nächst bei be­sag­tem Soft­wa­rean­bie­ter, an­schlie­ßend bei zwei mul­ti­na­tio­na­len Pro­duk­ti­ons­fir­men (Bic und Stihl). Dann grün­de­te Cramp­ton ein ei­ge­nes Be­ra­tungs­un­ter­neh­men, bis er 1993 zu­sam­men mit ei­nem Part­ner er­neut das Feld wech­sel­te und das ers­te lan­des­wei­te Im­mo­bi­li­en­por­tal Aus­tra­li­ens auf­bau­te. Spä­ter ver­kauf­te er es und grün­de­te ein Un­ter­neh­men für On­li­ne-Dienst­leis­tun­gen, ak­tu­ell ist er in den Be­rei­chen Da­ten-Fran­chi­se und so­zia­le Net­ze tä­tig.
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