Aus eigener Kraft wachsen

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HBM August 2012

Unter­neh­men ver­lie­ren im Lau­fe der Zeit an Wachs­tums­kraft - das ist et­was ganz All­täg­li­ches. CEOs wer­ten das oft als An­zei­chen da­für, dass ihre Or­ga­ni­sa­ti­on im Ent­wick­lungs­zy­klus fort­ge­schrit­ten ist. Ir­gend­wann ma­chen sie sich nicht ein­mal mehr die Mühe, wei­ter nach Po­ten­zi­al für or­ga­ni­sches Wachs­tum zu su­chen. Statt­des­sen set­zen sie nur noch auf Über­nah­men. Man­che kau­fen klei­ne Fir­men in Se­rie, an­de­re hal­ten nach ei­nem großen trans­for­ma­ti­ven Zu­sam­menschluss Aus­schau, mög­lichst mit ei­nem wachs­tums­star­ken Wett­be­wer­ber. Doch wer als CEO das or­ga­ni­sche Wachs­tum auf­gibt oder die Ver­ant­wor­tung da­für an die Ge­schäfts­be­rei­che de­le­giert, macht einen großen Feh­ler. Und zwar aus drei Grün­den.
Ers­tens sind Über­nah­men nur er­folg­reich, wenn der Käu­fer das or­ga­ni­sche Wachs­tum des neu hin­zu­ge­kom­me­nen Un­ter­neh­mens för­dern kann. Theo­re­tisch ist es zwar mög­lich, Über­nah­men aus­schließ­lich durch Kos­ten­sy­n­er­gi­en zu recht­fer­ti­gen und aus die­ser Mo­ti­va­ti­on ein Un­ter­neh­men nach dem an­de­ren zu schlu­cken. Aber die Sta­tis­tik zeigt, dass sich nur bei 36 Pro­zent der Über­nah­men aus­rei­chend Syn­er­gi­en rea­li­sie­ren las­sen, um den Auf­preis zu de­cken, den der Käu­fer be­zahlt hat. In den üb­ri­gen 64 Pro­zent der Fäl­le liegt die jähr­li­che Ak­ti­en­ren­di­te (Kur­s­stei­ge­rung plus Di­vi­den­den­aus­schüt­tung) im Durch­schnitt bei mi­nus 2 Pro­zent. Die In­ves­to­ren kön­nen durch­aus zwi­schen Un­ter­neh­men un­ter­schei­den, die durch ihre Über­nah­men or­ga­ni­sches Wachs­tum rea­li­sie­ren, und sol­chen, die le­dig­lich grö­ßer wer­den. Frü­her oder spä­ter müs­sen selbst Se­ri­en­käu­fer ler­nen, aus ei­ge­ner Kraft zu wach­sen.
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