Die sechs Mythen der Pro­dukt­ent­wick­lung

INNOVATION:

HBM Juli 2012

Z eit- und Kos­ten­plä­ne ein­zu­hal­ten ist für die meis­ten Ma­na­ger in der Pro­dukt­ent­wick­lung eine kaum zu be­wäl­ti­gen­de Auf­ga­be: Ge­nü­gend Res­sour­cen ste­hen ih­nen fast nie zur Ver­fü­gung, trotz­dem ver­lan­gen die Chefs kon­kre­te Ter­mi­ne und Zwi­schen­er­geb­nis­se. Also for­dern die Ma­na­ger von ih­ren Teams noch mehr Spar­sam­keit, noch de­tail­lier­te­re Plä­ne so­wie noch we­ni­ger Ab­wei­chun­gen vom Plan und we­ni­ger Ver­schwen­dung. Die­ser An­satz mag viel­leicht bei der Sa­nie­rung in­ef­fi­zi­en­ter Pro­duk­ti­ons­stät­ten hel­fen - bei der Pro­dukt­ent­wick­lung ist er eher schäd­lich.
Tat­säch­lich be­han­deln vie­le Un­ter­neh­men ihre Pro­dukt­ent­wick­lung so, als lie­fe sie mehr oder we­ni­ger ge­nau­so ab wie die Fer­ti­gung. Da­bei gibt es grund­le­gen­de Un­ter­schie­de zwi­schen bei­den: Bei der Her­stel­lung von phy­si­schen Ob­jek­ten geht es um wie­der­hol­ba­re Ar­beits­schrit­te, Tä­tig­kei­ten sind weit­ge­hend vor­her­sag­bar, und die pro­du­zier­ten Din­ge kön­nen zu ei­ner be­stimm­ten Zeit nur an ei­nem Ort sein. Bei der Pro­dukt­ent­wick­lung da­ge­gen gibt es vie­le ein­ma­li­ge Auf­ga­ben, die An­for­de­run­gen än­dern sich stän­dig, und das Er­geb­nis der Ar­beit ist nur In­for­ma­ti­on. Ein Gut, das durch­aus an vie­len Or­ten gleich­zei­tig sein kann. Das hängt auch da­mit zu­sam­men, dass Sys­te­me für com­pu­ter­ge­stütz­te Kon­struk­ti­on (CAD) und Si­mu­la­tio­nen in­zwi­schen weit­ver­brei­tet sind und dass Soft­wa­re zu­neh­mend Teil phy­si­scher Pro­duk­te ist.
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