„Kreativität braucht Un­ab­hän­gig­keit“

INTERVIEW:

HBM Juni 2012

Er­ha­ben, ein­zig­ar­tig, gi­gan­tisch - so be­schrei­ben Be­su­cher Ihr Per­ga­mon-Pan­ora­ma, das der­zeit nicht nur Ber­li­ner be­geis­tert. Für alle, die es noch nicht ge­se­hen ha­ben: Wie darf man sich Ihr Pan­ora­ma vor­stel­len?
ASI­SI Im Grun­de ist es nichts an­de­res als ein rie­si­ges Ge­mäl­de, das der Be­trach­ter al­ler­dings rund um die ei­ge­ne Ach­se an­schau­en kann. Das Mo­tiv ist schnell be­schrie­ben: Es zeigt das Trei­ben im an­ti­ken Ber­ga­ma - dem da­ma­li­gen Per­ga­mon -, wie es sich an ei­nem Tag im Jahr 129 nach Chris­tus wahr­schein­lich so ab­ge­spielt hat. Das Be­son­de­re dar­an ist je­doch nicht nur die 360-Grad-Per­spek­ti­ve, son­dern die schie­re Grö­ße: Das Bild ist 24 Me­ter hoch und misst im Um­fang über 100 Me­ter. Das sind na­he­zu 2500 Qua­drat­me­ter Bild­flä­che, zu­sam­men­ge­setzt aus rund 50 000 Ein­zel­auf­nah­men, die so über­ein­an­der­ge­legt und am Com­pu­ter nach­be­ar­bei­tet wur­den, dass es am Ende wie ein ein­zi­ges, zu­sam­men­hän­gen­des Kunst­werk wirkt.
Da­mit die Be­su­cher über­haupt die Chan­ce ha­ben, die Flä­che in ih­rer Gän­ze zu be­trach­ten, kön­nen sie in der Mit­te des Raums auf eine bis zu 15 Me­ter hohe Aus­sichts­platt­form stei­gen. Der Ef­fekt dort oben ist enorm: Ihr Kopf weiß, dass Sie sich in ei­nem ge­schlos­se­nen Raum be­fin­den, Ihre Au­gen und Ihr Herz ha­ben je­doch den Ein­druck, ki­lo­me­ter­weit in die Fer­ne bli­cken zu kön­nen. Die Mu­sik und Licht­ef­fek­te tun ein Wei­te­res. Wenn es um einen her­um lang­sam Nacht wird in Per­ga­mon, füh­len sich vie­le in eine an­de­re Zeit ver­setzt.

In der Öf­fent­lich­keit wer­den Sie we­gen die­ses Ef­fekts häu­fig als Il­lu­si­ons­künst­ler vor­ge­stellt. Emp­fin­den Sie das als Kom­pli­ment oder Be­lei­di­gung?
ASI­SI Die Fra­ge nach dem, was gute Kunst aus­macht, be­schäf­tigt die Men­schen nun schon eine Ewig­keit und ver­mut­lich wer­den sie an ih­rer Be­ant­wor­tung schei­tern.
Für mich ist die Sa­che ein­deu­tig: Pan­ora­men sind Kunst. Pan­ora­men sind großes Kino. Und Pan­ora­men sind mit die bes­ten Lehr­sä­le, die man sich wün­schen kann, weil sie Kopf und Herz glei­cher­ma­ßen an­spre­chen. Vie­le Men­schen be­rich­ten, dass sie nach ei­nem Be­such mei­nes Pan­ora­mas die Aus­stel­lungs­stücke im be­nach­bar­ten Per­ga­mon-Mu­se­um mit ganz an­de­ren Au­gen ge­se­hen hät­ten. Sie er­ken­nen plötz­lich Zu­sam­men­hän­ge und ha­ben ein Ge­fühl da­für, was wo stand. Das macht mich sehr stolz und es auch ein­fach, mit Kri­ti­kern um­zu­ge­hen.
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