Wann das Private bekannt werden muss

FALLSTUDIE:

HBM Mai 2012

Darf ich Ih­nen et­was zu trin­ken brin­gen?", frag­te der Kell­ner Bet­sy Sug­ar­man. Sie und ihr Ehe­mann Zach tausch­ten Bli­cke aus.
„Nein dan­ke“, er­wi­der­te Sug­ar­man, „nur die Spei­se­kar­te bit­te.“ Sie seufz­te und wen­de­te sich ih­rem Ehe­mann zu. „Ohne Wein zu fei­ern ist ir­gend­wie nicht das­sel­be.“
„Wenn du möch­test, höre ich auch auf zu trin­ken - aus So­li­da­ri­tät“, sag­te er.
Sie lä­chel­te ge­quält. Es war ja nicht so, dass sie nicht schwan­ger wer­den woll­te. Sie woll­te es un­be­dingt. Sie hat­te sich schon im­mer Kin­der ge­wünscht. Nur dass es so schnell ge­hen wür­de - da­mit hat­te sie nicht ge­rech­net.
„Du soll­test dich freu­en, Bets, ob mit Wein oder ohne. Das ist doch auf­re­gend. Ein ganz neu­er Le­bens­ab­schnitt für uns.“ Zach Sug­ar­man nahm ihre Hand. Er hat­te die­ses Aben­des­sen in ih­rem Lieb­lings­re­stau­rant „Luna Park“ vor­ge­schla­gen, denn hier hat­ten sie auf ihre großen Au­gen­bli­cke an­ge­sto­ßen: ihre Ver­lo­bung, Bet­sys Auf­nah­me an der Busi­ness School, Zachs ers­ter Groß­kun­de, nach­dem er sei­ne ei­ge­ne Me­di­en­pro­duk­ti­ons­fir­ma ge­grün­det hat­te. Kei­ne Fra­ge, wenn die bei­den die Nach­richt von der Schwan­ger­schaft fei­ern woll­ten, dann war dies der rich­ti­ge Ort. Doch Bet­sy war nicht in Fei­er­lau­ne, eher trieb sie ein mul­mi­ges Ge­fühl um.
„Ich bin ja glück­lich. Wirk­lich. Ich bin mir nur nicht si­cher, ob es der rich­ti­ge Zeit­punkt ist. Und ja, ich weiß, den per­fek­ten Zeit­punkt gibt es na­tür­lich nicht. Aber die­ser Job - das ist mein Traum­job.“
„Und du be­kommst ihn, ganz si­cher“, be­ru­hig­te sie ihr Mann. „Es gibt kei­nen Grund, wa­rum die Lei­te­rin der Aus­lands­ge­schäf­te nicht auch Mut­ter sein soll­te.“
Seit ih­rem Ab­schluss an der St­an­ford Busi­ness School vor fünf Jah­ren hat­te Bet­sy Sug­ar­man bei Cas­ton Phar­ma ge­ar­bei­tet, ei­ner Bio­tech­no­lo­gie­fir­ma süd­lich von San Fran­cis­co. Ihr ers­ter Ein­druck von dem Un­ter­neh­men war ent­täu­schend. Es ging viel lang­sa­mer zu, als sie er­war­tet hat­te, und Auf­stieg­schan­cen wa­ren rar ge­sät. Ihre Men­to­ren rie­ten ihr, dem Sys­tem zu ver­trau­en, Ge­duld zu ha­ben, die rich­ti­ge Ge­le­gen­heit ab­zu­war­ten. Dann end­lich, vor ein paar Mo­na­ten, war die rich­ti­ge Ge­le­gen­heit da.
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