Die Helden vom „Taj“-Hotel

PERSONAL:

HBM April 2012

Für den Abend des 26. No­vem­ber 2008 hat­ten Ha­rish Man­wa­ni und Ni­tin Pa­ran­j­pe zu ei­nem Din­ner ins „Taj Mahal Pa­lace“-Ho­tel in Mum­bai ein­ge­la­den. Der Chair­man und der CEO von Hin­dus­tan Uni­le­ver woll­ten den schei­den­den Uni­le­ver-Chef Pa­trick Ces­cau ver­ab­schie­den und den de­si­gnier­ten CEO Paul Pol­man will­kom­men hei­ßen - ge­mein­sam mit den Di­rek­to­ren und lei­ten­den Füh­rungs­kräf­ten des Kon­zerns und ih­ren Frau­en. Rund 35 Mit­ar­bei­ter des „Taj Mum­bai“ un­ter Lei­tung der 24-jäh­ri­gen Ban­kett­ma­na­ge­rin Mal­li­ka Ja­gad küm­mer­ten sich um die Ver­an­stal­tung in ei­nem Fest­saal im zwei­ten Stock. Ge­gen 21.30 Uhr, als ge­ra­de der Haupt­gang ser­viert wur­de, glaub­ten sie das Feu­er­werk ei­ner in der Nähe statt­fin­den­den Hoch­zeit zu hö­ren. In Wahr­heit wa­ren es die ers­ten Schüs­se, die pa­kis­ta­ni­sche Ter­ro­ris­ten beim Sturm auf das Ho­tel ab­feu­er­ten.
Das Per­so­nal be­griff schnell, dass et­was nicht stimm­te. Mal­li­ka Ja­gad ließ die Tü­ren ver­schlie­ßen und das Licht aus­schal­ten. Sie bat alle, sich ru­hig un­ter die Ti­sche zu le­gen und die Han­dys nicht zu be­nut­zen. Sie be­stand dar­auf, Ehe­paa­re zu tren­nen, um das Ri­si­ko für Fa­mi­li­en zu ver­rin­gern. Die Grup­pe ver­harr­te dort die gan­ze Nacht und lausch­te dem Amok­lauf der Ter­ro­ris­ten, die im Ho­tel Gra­na­ten war­fen, aus Schnell­feu­er­waf­fen schos­sen und al­les ver­wüs­te­ten. Die Mit­ar­bei­ter des „Taj“ be­wahr­ten nach Aus­sa­ge der Gäs­te Ruhe. Sie gin­gen im­mer wie­der her­um, bo­ten Was­ser an und frag­ten die Gäs­te, ob sie noch et­was be­nö­tig­ten. Am frü­hen Mor­gen brach im Flur ein Feu­er aus, wes­halb die Grup­pe ver­such­te, aus den Fens­tern zu klet­tern. Feu­er­wehr­män­ner ent­deck­ten sie und hal­fen den in der Fal­le sit­zen­den Men­schen, über Lei­tern zu ent­kom­men.
Die Mit­ar­bei­ter eva­ku­ier­ten die Gäs­te zu­erst. Nie­mand wur­de ver­letzt oder ge­tö­tet. „Ich hat­te die Ver­ant­wor­tung“, er­zähl­te Mal­li­ka Ja­gad uns spä­ter. „Mag sein, dass ich die Jüngs­te im Raum war, aber ich habe ein­fach nur mei­nen Job ge­macht.“
An an­de­rer Stel­le im Ho­tel, im ex­klu­si­ven ja­pa­ni­schen Re­stau­rant „Wa­sa­bi by Mo­ri­mo­to“, herrsch­te um 21.30 Uhr Hoch­be­trieb. Der An­ruf ei­nes Te­le­fo­nis­ten des Ho­tels alar­mier­te das Per­so­nal, dass Ter­ro­ris­ten in das Ge­bäu­de ein­ge­drun­gen sei­en und sich dem Re­stau­rant nä­her­ten. Der 48 Jah­re alte Ober­kell­ner des „Wa­sa­bi“, Tho­mas Var­ghe­se, wies die rund 50 Gäs­te so­fort an, sich un­ter die Ti­sche zu kau­ern. Sei­ne Mit­ar­bei­ter grup­pier­te er wie ein mensch­li­ches Schutz­schild um die Re­stau­rant­gäs­te.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
6
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
9
Zeichen:
32.840
Nachdrucknummer:
201204064
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben