Ein Mann will nach oben

FALLSTUDIE:

HBM Februar 2012

Die un­ver­blüm­te Ab­sa­ge sei­nes Chefs quäl­te Adam Ba­ker schon den gan­zen Tag. Am Mor­gen hat­te ihm Mer­wyn Strauss, Chef und Men­tor Ba­kers, te­le­fo­nisch mit­ge­teilt, dass er ihn nicht für ge­eig­net hal­te, CEO ih­res neu­en Toch­ter­un­ter­neh­mens zu wer­den. „Die­se Tür steht für dich nicht of­fen“, hat­te Strauss ge­sagt. Es war eine die­ser Be­mer­kun­gen, die ei­nem zu­erst nur einen klei­nen Stich ver­set­zen, mit der Zeit aber im­mer hef­ti­ger schmer­zen. Jetzt fühl­te sich Ba­ker mehr als un­wohl. Er war auf dem Weg von der Wa­shing­to­ner In­nen­stadt zum Haupt­quar­tier von Strauss Event Spe­cia­lists (SES) in ei­nem Vor­ort. Er war dort Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer und woll­te von sei­nem CEO Strauss per­sön­lich hö­ren, wa­rum die be­gehr­te Tür für ihn ver­schlos­sen sein soll­te.
Ba­ker war erst 32 Jah­re alt und sah sich selbst noch am An­fang sei­ner Kar­rie­re. Er brach­te be­ein­dru­cken­de Qua­li­fi­ka­tio­nen mit und war ge­ra­de da­bei, das Bes­te dar­aus zu ma­chen. Wenn Freun­de über ihn spra­chen, er­wähn­ten sie un­wei­ger­lich die Tat­sa­che, dass er sein pres­ti­ge­träch­ti­ges MBA-Pro­gramm in North Ca­ro­li­na als Jahr­gangs­bes­ter ab­ge­schlos­sen hat­te und als bis­her jüngs­tes Mit­glied in den Board of Trus­tees sei­ner Busi­ness School be­ru­fen wor­den war. Wer ih­nen zu­hör­te, muss­te glau­ben, er sei das Wun­der­kind Num­mer eins von ei­ner Schu­le, die Wun­der­kin­der am Fließ­band pro­du­zier­te. Aber er war gar kein Wun­der­kind, je­den­falls kein rich­ti­ges - und er wuss­te, dass dies einen Teil sei­ner An­zie­hungs­kraft aus­mach­te.
Wie sein Name war auch Adam Ba­kers Aus­se­hen un­auf­fäl­lig. Er hat­te dunkle Haa­re, sprach lei­se, war eher klein ge­ra­ten und hat­te einen di­cken Nacken. Ins­ge­samt sah er aus wie die zwei­te Re­ser­ve ei­nes Foot­ball-Teams - und ge­nau die­se Rol­le hat­te er an der High­school tat­säch­lich in­ne­ge­habt. Trotz­dem war er über­all be­kannt und be­liebt.
Die­sen Sta­tus hat­te er nicht er­reicht, in­dem er im­mer den Lau­tes­ten oder Lus­tigs­ten gab. Er war eher je­mand, zu dem man Zu­gang fand, mit dem man sich so­fort wohl­fühl­te. Auf Par­tys, zu de­nen er oft ging und die er auch selbst ver­an­stal­te­te, schar­ten sich die Leu­te um ihn. Das traf vor al­lem auf for­mel­le An­läs­se zu, die bei Wun­der­kin­dern so ver­hasst sind wie nüch­tern zu sein. Wo er auch hin­ging, die Leu­te folg­ten ihm, als wür­de er ih­nen Schutz bie­ten. Die gan­ze Zeit über plau­der­te er da­bei - nichts Bril­lan­tes, aber im­mer auf­rich­tig und un­kom­pli­ziert.
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