Das wohltätige Unternehmen

KAPITALISMUSDEBATTE:

HBM Februar 2012

Ein neu­es Zeit­al­ter bricht an. Ge­win­n­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men wid­men sich so­zia­len und öko­lo­gi­schen The­men, Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen ent­wi­ckeln nach­hal­ti­ge Ge­schäfts­mo­del­le, und Re­gie­run­gen füh­ren markt­ba­sier­te Dienst­leis­tungs­an­sät­ze ein. Her­kömm­li­che Gren­zen zwi­schen den ein­zel­nen Mo­del­len ver­wi­schen. Un­ter­neh­mer, de­nen so­zia­le Be­lan­ge am Her­zen lie­gen, för­dern die Ent­wick­lung ei­nes neu­en Ge­schäfts­mo­dells.
Wenn die­se Un­ter­neh­mer eine Fir­ma grün­den, um ihre Ide­en um­zu­set­zen, ste­hen sie oft vor ei­ner schwe­ren und schein­bar nach ei­ge­nem Gut­dün­ken zu be­ant­wor­ten­den Fra­ge: Sol­len sie ein ge­win­n­ori­en­tier­tes Un­ter­neh­men oder eine ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on grün­den? Für man­che Le­ser mag der Un­ter­schied zwi­schen die­sen bei­den Mo­del­len völ­lig ein­leuch­tend sein, doch im­mer mehr Un­ter­neh­mer tun sich schwer mit die­ser strik­ten Tren­nung. In wel­che Ka­te­go­rie wür­den Sie zum Bei­spiel den kom­mer­zi­el­len Cars­ha­ring-An­bie­ter I-GO in Chi­ca­go ein­ord­nen, des­sen Struk­tur ei­ner wohl­tä­ti­gen Or­ga­ni­sa­ti­on ent­spricht? Und wie de­fi­nie­ren Sie die chi­ne­si­sche On­li­ne-Platt­form Qi­f­ang, über die Kin­der aus ein­kom­mens­schwa­chen Fa­mi­li­en ein Dar­le­hen für ihre Aus­bil­dung er­hal­ten kön­nen und die die Struk­tur ei­nes ge­win­n­ori­en­tier­ten Un­ter­neh­mens hat?
Kei­nes die­ser Un­ter­neh­men ist eine rein ge­win­n­ori­en­tier­te oder rein ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on. Man könn­te bei­de als „wohl­tä­ti­ge Un­ter­neh­men“ (Eng­lisch: „For-Be­ne­fit-En­ter­pri­se“) be­zeich­nen. Die­sen Be­griff ver­wen­den Un­ter­neh­mer zu­neh­mend, um Or­ga­ni­sa­tio­nen zu be­schrei­ben, die Ein­nah­men er­zie­len, de­ren obers­te Prio­ri­tät al­ler­dings aus­drück­lich ein so­zia­les En­ga­ge­ment ist. Die­ser hy­bri­de An­satz ist be­reits in zahl­rei­chen Bran­chen zu fin­den. Die Pa­let­te des zu­grun­de lie­gen­den so­zia­len En­ga­ge­ments ist breit: das Be­kämp­fen von Ob­dach­lo­sig­keit und Dro­gen­sucht, die Re­du­zie­rung der To­des­fäl­le durch Ma­la­ria, die För­de­rung er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en.
Es gäbe noch viel mehr sol­cher Fir­men, wenn die Grün­der als of­fi­zi­el­le Rechts­form das „wohl­tä­ti­ge Un­ter­neh­men“ hät­ten wäh­len kön­nen. In den meis­ten Län­dern sind recht­lich ent­we­der ge­win­n­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men oder ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen er­laubt und kei­ne Misch­form. Letzt­lich in­te­grie­ren vie­le Un­ter­neh­mer mit so­zia­ler Ver­ant­wor­tung ihre Vi­si­on ent­we­der in die eine oder an­de­re Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tur und ak­zep­tie­ren da­bei schmerz­li­che Kom­pro­mis­se.
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