Das Prinzip der roten Karte

PROJEKTMANAGEMENT:

HBM Januar 2012

Es war eine ein­fa­che Fra­ge, die Dirk Stempf­hu­ber ins Grü­beln brach­te - und die in den fol­gen­den Mo­na­ten die Pro­dukt­ent­wick­lung beim Dach­fens­ter­her­stel­ler Roto re­vo­lu­tio­nie­ren soll­te. Auf ei­nem Lean-Lehr­gang im Her­bst 2009 woll­te sich Stempf­hu­ber - Lei­ter der Neu­pro­dukt­ent­wick­lung bei Roto und ei­ner der Au­to­ren die­ses Bei­trags - über vi­su­el­les Ma­na­ge­ment in­for­mie­ren. Der ja­pa­ni­sche Trai­ner in­ter­es­sier­te sich für sei­ne Ab­tei­lung und frag­te: „Ist Ihre Pro­jekt­steue­rung denn auch vi­su­ell aus­ge­rich­tet?“
Stempf­hu­bers ers­te Re­ak­ti­on: „Na klar, wir ha­ben doch ein Pro­jekt­steue­rungs­dia­gramm im Be­spre­chungs­raum. Da kann je­der den Sta­tus und die ver­brauch­ten In­ge­nieur­stun­den al­ler Pro­jek­te ver­fol­gen.“ Aber die Fra­ge ru­mor­te in ihm. Am Abend dann ging ihm auf, dass die Pro­jekt­mit­ar­bei­ter selbst die­se Über­sicht gar nicht nutz­ten. Sie diente nur dazu, dem Ma­na­ge­ment Pro­jekt­fort­schrit­te an­zu­zei­gen. Spon­tan be­schloss Stempf­hu­ber, die Pro­jekt­steue­rung bei Roto in Zu­kunft vi­su­el­ler zu ge­stal­ten.
Das war der Aus­lö­ser für einen Ver­bes­se­rungs­pro­zess, der nicht nur fri­schen Wind in das Pro­jekt­ma­na­ge­ment bei Roto brach­te, son­dern auch die Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren Ab­tei­lun­gen, Lie­fe­ran­ten und Hand­wer­kern er­leich­ter­te und letzt­lich Mo­ti­va­ti­on und Trans­pa­renz im Un­ter­neh­men er­höh­te.
Als Num­mer zwei im Markt ist Roto deut­lich klei­ner als der Markt­füh­rer Ve­lux. Ziel des Un­ter­neh­mens ist es des­halb, wie der da­ma­li­ge Di­vi­si­ons­lei­ter Erich Ro­sen­kranz be­ton­te, „schnel­ler zu sein als die wich­tigs­ten Wett­be­wer­ber, wenn auch mit ei­ner viel klei­ne­ren Ent­wick­lungs­mann­schaft“. 25 Kon­struk­teu­re sind in der Neu­pro­dukt­ent­wick­lung be­schäf­tigt und ar­bei­ten im Schnitt an 20 ak­ti­ven Ent­wick­lungs­pro­jek­ten.
Die Kom­ple­xi­tät die­ser Pro­jek­te lässt sich mit der Ent­wick­lung tech­nisch an­spruchs­vol­ler Haus­halts­ge­rä­te wie Ge­schirr­spü­ler oder Kühl­schrän­ke ver­glei­chen - al­ler­dings sind die Dach­fens­ter von Roto kei­ne Stan­dard­pro­duk­te, son­dern wur­den so kon­zi­piert, dass sie je nach Kun­den­wun­sch an­ge­fer­tigt und ein­ge­baut wer­den kön­nen. In­te­grier­te Fens­ter­sys­te­me be­ste­hen aus bis zu 400 Tei­len, ein­schließ­lich der An­trie­bs-, Strom­ver­sor­gungs- und Steue­rungs­ein­hei­ten, mit Zehn­tau­sen­den mög­li­cher Va­ri­an­ten und er­for­dern rund zwölf Mann­jah­re Ent­wick­lungs­auf­wand.
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