Schwierige Logistik

FALLSTUDIE:

HBM Dezember 2011

Potts­ville ist nicht ge­ra­de für schö­ne Win­ter be­kannt", sag­te Way­ne Mo­ri­ar­ty, als er sein Auto auf den Park­platz vor dem Ost­küs­ten-Ver­trie­bs­zen­trum von Bald­win Farms im US-Bun­des­staat Penn­syl­va­nia lenk­te. Gret­chen Cuss­ler, Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer des Un­ter­neh­mens, warf einen Blick auf die rie­si­ge Schnee­we­he ne­ben dem Auto.
„Wo­für ist Potts­ville denn dann be­kannt?“, frag­te sie leicht sti­chelnd.
Cuss­ler wuss­te, dass Mo­ri­ar­ty aus North Ca­ro­li­na hier­her­ge­zo­gen war, um das Zen­trum zu ma­na­gen. Potts­ville war kein üb­ler Ort, aber kei­ner der bei­den fühl­te sich hier wie zu Hau­se. Cuss­ler war am Mor­gen per Flug­zeug aus Sa­cra­men­to, dem Fir­men­sitz von Bald­win Farms, an­ge­reist. Jetzt trug sie einen Par­ka, den sie sonst nur zum Ski­fah­ren an­zog. Trotz­dem schüt­tel­te es sie vor Käl­te, als sie zu­sam­men mit Mo­ri­ar­ty zum Vor­der­ein­gang des La­ger­hau­ses ging.
Im In­ne­ren des Ge­bäu­des be­rei­te­ten Ar­bei­ter Pa­let­ten mit ver­pack­tem Bio­sa­lat für die Aus­lie­fe­rung vor. Cuss­ler war froh, dass der Ort so ge­schäf­tig wirk­te. Das Ost­küs­ten-Ver­trie­bs­zen­trum, ab­ge­kürzt ECDC, be­rei­te­te ihr Sor­gen. Die Brü­der Troy und Sha­wn, die Bald­win Farms im Jahr 1993 ge­grün­det hat­ten und jetzt als Co-CEOs ar­bei­te­ten, woll­ten den Bio­markt an der Ost­küs­te bes­ser er­schlie­ßen. Vor zwei Jah­ren hat­ten sie des­halb mit Cuss­lers Un­ter­stüt­zung das Zen­trum in Potts­ville er­öff­net. Ei­nes der wich­tigs­ten Zie­le war da­bei ge­we­sen, da­für zu sor­gen, dass im­mer ge­nug vom er­folg­reichs­ten Pro­dukt des Un­ter­neh­mens - vor­ge­wa­sche­ner Bio­sa­lat - vor­rä­tig war. Händ­ler an der Ost­küs­te von Ka­li­for­ni­en aus zu be­lie­fern dau­er­te nor­ma­ler­wei­se 10 bis 15 Tage vom Tag der Be­stel­lung an. Die­se Zeit­ver­zö­ge­rung mach­te die Pla­nung für die Kun­den schwie­rig. Die meis­ten von ih­nen dach­ten erst ans Nach­be­stel­len, wenn ihre Vor­rä­te nur noch für fünf Tage reich­ten. Des­we­gen wa­ren die Re­ga­le oft leer ge­we­sen - vie­le Händ­ler woll­ten nicht ris­kie­ren, zu viel zu be­stel­len und dann Sa­lat weg­wer­fen zu müs­sen.
Im ECDC hielt Bald­win Farms des­halb ge­nü­gend Sa­lat auf La­ger, da­mit die Kun­den klei­ne Men­gen be­stel­len und so die Re­ga­le auf­fül­len konn­ten, bis die grö­ße­ren Lie­fe­run­gen aus Ka­li­for­ni­en ein­tra­fen. Ge­gen Auf­preis wa­ren so­gar Lie­fe­run­gen aus dem ECDC di­rekt am nächs­ten Tag mög­lich; nor­ma­ler­wei­se schick­ten die Händ­ler ei­ge­ne Lie­fer­wa­gen zum Ab­ho­len - ge­nau wie bei Be­stel­lun­gen von der West­küs­te.
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