Rendite ohne Reue

NACHHALTIGKEIT:

HBM Dezember 2011

Nie­mand zwei­felt mehr dar­an, dass nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten wich­tig ist. Selbst die­je­ni­gen, die eher von wirt­schaft­li­chen als von Welt­ver­bes­se­rer-Mo­ti­ven ge­trie­ben wer­den, ha­ben er­kannt, dass die Sta­bi­li­tät un­se­rer Wirt­schafts­ord­nung un­trenn­bar mit der Exis­tenz ei­nes ge­sun­den Öko­sys­tems - fri­sches Was­ser, sau­be­re Luft, er­trag­rei­che Bö­den und Ar­ten­reich­tum in der Pflan­zen- und Tier­welt - und ei­ner ge­rech­ten Ge­sell­schaft ver­bun­den ist. Zum Glück brau­chen nur we­ni­ge Men­schen die­sen ge­dank­li­chen Um­weg, um sich für den Schutz un­se­res Pla­ne­ten ein­zu­set­zen - den meis­ten liegt er oh­ne­hin am Her­zen.
Und den­noch: Bis­her ist es uns al­len nicht ge­lun­gen, den Scha­den, den die Wirt­schaft in der Welt an­rich­tet, ein­zu­däm­men. Ei­ni­ge be­wun­derns­wer­te Un­ter­neh­men ha­ben zwar durch­aus in­spi­rie­ren­de In­itia­ti­ven auf den Weg ge­bracht, doch die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen un­se­rer Art des Wirt­schaf­tens neh­men wei­ter­hin zu.
Ei­ner der Haupt­grün­de da­für ist ziem­lich ein­deu­tig: Es ist lei­der im­mer noch güns­ti­ger, ein Pro­dukt zu kau­fen, das schlim­me Fol­gen für die Um­welt hat, als ein gleich­wer­ti­ges Pro­dukt, das we­ni­ger Scha­den an­rich­tet. Hö­he­re Kos­ten für den Pla­ne­ten schla­gen sich bis­lang nicht in ei­nem hö­he­ren Preis für die Kun­den nie­der. Das liegt na­tür­lich auch dar­an, dass Un­ter­neh­men so gut wie nie für den vol­len Scha­den auf­kom­men müs­sen, den sie in der Welt ver­ur­sa­chen. Weil die öko­lo­gi­schen und ge­sell­schaft­li­chen Fol­gen un­ter­neh­me­ri­schen Han­delns bis­her nicht quan­ti­fi­ziert oder auf ge­rech­te Wei­se ein­zel­nen Ver­ur­sa­chern zu­ge­ord­net wer­den konn­ten, wer­den sie in den meis­ten Un­ter­neh­men bei der Kos­ten­rech­nung nicht be­rück­sich­tigt.
Wa­gen wir ein Ge­dan­ken­spiel: Was wäre, wenn sich die­se un­be­rück­sich­tig­ten ex­ter­nen Kos­ten ge­nau quan­ti­fi­zie­ren und zu­ord­nen lie­ßen? Müss­te das güns­tigs­te T-Shirt dann nicht das T-Shirt sein, des­sen Pro­duk­ti­on Um­welt und Ge­sell­schaft am we­nigs­ten scha­det? Stel­len Sie sich die Aus­wir­kun­gen kon­kret vor: In die­sem Fall wür­den Schnäpp­chen­jä­ger au­to­ma­tisch zu Welt­ver­bes­se­rern und die Kräf­te des Mark­tes in den Dienst von Nach­hal­tig­keits­zie­len ge­stellt (sie­he „In wel­cher Welt wol­len wir le­ben?“) . Zu­ge­ge­ben, die­se Idee ist nicht neu. Im Ge­gen­teil: Nach­hal­tig­keits­theo­re­ti­ker pre­di­gen seit je­her da­von. Das Wort „Voll­kos­ten­rech­nung“ ist ei­nes der Schlag­wör­ter ih­rer Be­we­gung.
Un­se­re Un­ter­neh­men, der Out­dooraus­rüs­ter Pa­ta­go­nia, und die Stra­te­gie­be­ra­tung Blu Skye, wid­men sich be­reits seit Jahr­zehn­ten in­ten­siv dem The­ma Nach­hal­tig­keit. Was einen wirk­li­chen Wan­del an­geht, wa­ren wir noch nie so op­ti­mis­tisch wie der­zeit. Grund da­für sind drei Ent­wick­lun­gen, die sich seit län­ge­rer Zeit an­bah­nen und im­mer deut­li­cher ab­zeich­nen. Sie wer­den da­für sor­gen, dass er­folg­rei­ches Wirt­schaf­ten künf­tig ge­ra­de­zu zwangs­läu­fig gleich­be­deu­tend mit nach­hal­ti­gem Wirt­schaf­ten sein wird. Num­mer eins ist der Fakt, dass künf­tig für vie­le Din­ge, die bis­her als selbst­ver­ständ­lich gal­ten und für alle ver­füg­bar wa­ren, Prei­se be­rech­net wer­den kön­nen. Num­mer zwei be­schreibt die Ent­wick­lung, dass in Un­ter­neh­men, die die­se neu­en Spiel­re­geln in ih­ren Kos­ten­rech­nun­gen be­rück­sich­ti­gen, mehr Ka­pi­tal fließt. Der drit­te Trei­ber ist die Tat­sa­che, dass es in­zwi­schen In­di­zes gibt, die es mög­lich ma­chen, auch ein­zel­ne Glie­der in ei­ner Ver­sor­gungs­ket­te auf ihre Nach­hal­tig­keits­stan­dards hin zu prü­fen.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
5
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
17
Zeichen:
61.461
Nachdrucknummer:
201112066
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben