Der kooperative Manager

LEADERSHIP:

HBM Oktober 2011

Als Marc Be­nioff, der CEO des Soft­wa­rean­bie­ters Salesforce.com, be­ob­ach­te­te, wie sei­ne Mit­ar­bei­ter eine So­ci­al-Me­dia-Neu­ent­wick­lung des Un­ter­neh­mens nutz­ten, hat­te er einen Geis­tes­blitz. Die von Fa­ce­book in­spi­rier­te An­wen­dung für Un­ter­neh­men na­mens Chat­ter er­leich­tert es den Nut­zern, mit Kol­le­gen und Kun­den in Kon­takt zu blei­ben und In­for­ma­tio­nen so­wie Ide­en aus­zut­au­schen. Die Mit­ar­bei­ter hat­ten das Pro­gramm in­tern ge­tes­tet, nicht nur in den ei­ge­nen Teams, son­dern un­ter­neh­mens­weit. Als Be­nioff die Chat­ter-Bei­trä­ge las, wur­de ihm be­wusst: Die Füh­rungs­kräf­te kann­ten vie­le Be­schäf­tig­te über­haupt nicht, die wich­ti­ge und für das Un­ter­neh­men be­son­ders wert­vol­le In­for­ma­tio­nen über Kun­den be­sa­ßen.
Um­ge­kehrt hat­ten auch die Mit­ar­bei­ter we­nig Ah­nung von den Vor­gän­gen im Top­ma­na­ge­ment - was Be­nioff eben­falls klar war. So stand bei­spiels­wei­se kurz dar­auf die jähr­li­che Klau­sur­ta­gung der Füh­rungs­kräf­te auf dem Pro­gramm. Bei sei­nen Ge­sprä­chen mit den Be­schäf­tig­ten be­merk­te er, dass sie kei­nen blas­sen Schim­mer hat­ten, worum es bei die­ser Ta­gung hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren ge­hen wür­de. „Sie dach­ten wahr­schein­lich, wir wür­den es uns ge­müt­lich ma­chen und ge­mein­sam ein paar Lie­der sin­gen“, mein­te Be­nioff.
Er frag­te sich, wie er die Di­stanz zwi­schen Un­ter­neh­mens­lei­tung und Mit­ar­bei­tern ver­rin­gern könn­te. Schließ­lich kam ihm die Er­leuch­tung: Chat­ter wäre ein Weg, um für mehr Trans­pa­renz zu sor­gen.
Er kon­fron­tier­te die 200 Teil­neh­mer der Stra­te­gie­ta­gung mit ei­ner un­ge­wöhn­li­chen Neue­rung. Alle 5000 Mit­ar­bei­ter von Salesforce.com wa­ren - vir­tu­ell - eben­falls ein­ge­la­den. Im Kon­fe­renz­raum stan­den rie­si­ge Mo­ni­to­re, auf de­nen das ei­gens für die Zu­sam­men­kunft ein­ge­rich­te­te Chat­ter-Fo­rum zu se­hen war. Je­der Ma­na­ger er­hielt einen in­ter­net­fä­hi­gen iPod Touch; auf je­dem Tisch be­fand sich ein iPad, über das sie Bei­trä­ge für das Fo­rum schrei­ben konn­ten. Sämt­li­che Mit­ar­bei­ter konn­ten die Ver­an­stal­tung live per Vi­deo ver­fol­gen und sich über Chat­ter eben­falls be­tei­li­gen.
Die Ta­gung be­gann mit den üb­li­chen Prä­sen­ta­tio­nen. Die an­we­sen­den Ma­na­ger wa­ren un­si­cher, was sie tun soll­ten. Zu­erst pas­sier­te nichts Un­ge­wöhn­li­ches. Schließ­lich nahm Be­nioff das iPad auf sei­nem Tisch, schrieb einen Kom­men­tar zu den aus sei­ner Sicht in­ter­essan­ten Aspek­ten der Vor­trä­ge und gar­nier­te sei­nen Bei­trag mit ei­nem klei­nen Witz. Ei­ni­ge an­de­re Teil­neh­mer im Raum folg­ten sei­nem Bei­spiel. Da­nach ver­fass­ten auch die Mit­ar­bei­ter in ih­ren Bü­ros ei­ni­ge Kom­men­ta­re. So kam der Ball ins Rol­len. „Plötz­lich war nicht nur eine aus­ge­such­te Grup­pe von Per­so­nen be­tei­ligt, son­dern das ge­sam­te Un­ter­neh­men“, sagt Be­nioff.
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