„Vorurteile sind unausrottbar“

INTERVIEW:

HBM September 2011

Die meis­ten Ma­na­ger glau­ben, kei­ne Vor­ur­tei­le zu ha­ben. Doch sol­len sie eine Stel­le im Un­ter­neh­men be­set­zen, stel­len Deut­sche meist an­de­re Deut­sche ein, Män­ner Män­ner, In­ge­nieu­re In­ge­nieu­re. Wa­rum ent­schei­den wir nicht rein ra­tio­nal?
Förs­ter Wenn ein Top­ma­na­ger eine schlan­ke, bild­hüb­sche Frau als As­sis­ten­tin will und ganz be­wusst eine an­de­re, bes­ser qua­li­fi­zier­te Kan­di­da­tin über­geht, dann kann ich das für öko­no­misch frag­wür­dig hal­ten. Über­nimmt er aber ganz be­wusst die Ver­ant­wor­tung für die­se Ent­schei­dung, ist das sei­ne Sa­che und ich als Wis­sen­schaft­ler habe nichts mehr dazu zu sa­gen.
Meist läuft es aber an­ders: Wir glau­ben, alle Be­wer­ber für einen Pos­ten ge­recht be­ur­teilt und alle Ar­gu­men­te ab­ge­wo­gen zu ha­ben. Aber dann ent­schei­den wir uns doch ge­gen die Frau oder den Aus­län­der als Ab­tei­lungs­lei­ter - vor al­lem wenn wir un­ter Zeit­druck ent­schei­den und uns auf un­se­re In­tui­ti­on ver­las­sen. Wir grei­fen auf un­se­re Er­fah­run­gen zu­rück: Mög­li­cher­wei­se ha­ben wir ein­mal et­was Ne­ga­ti­ves mit ei­nem Mi­gran­ten er­lebt; viel­leicht ha­ben wir im­mer nur Män­ner als Chefs ge­habt. Die­se Er­leb­nis­se ver­all­ge­mei­nern wir, ob sie re­prä­sen­ta­tiv sind oder nicht. Plötz­lich ist das Vor­ur­teil da und be­stimmt die Ent­schei­dung.
Das geht al­len Men­schen so. Wenn ich hier am In­sti­tut eine Dok­to­ran­den­stel­le aus­schrei­be und 300 Be­wer­bun­gen er­hal­te, kann ich nicht alle gründ­lich le­sen. Die Ge­fahr ist groß, dass ich un­be­wusst alle Frau­en aus­sor­tie­re.

Also brau­chen wir eine Frau­en­quo­te, um der Wir­kung die­ser Vor­ur­tei­le und Prä­gun­gen zu be­geg­nen?
Förs­ter Eine Quo­te kann hel­fen, schnell mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen zu be­kom­men. Vor al­lem in Ge­sell­schaf­ten, in de­nen die Un­gleich­ge­wich­te sehr groß sind. Dann ha­ben etwa Mäd­chen mehr Vor­bil­der, an de­nen sie sich ori­en­tie­ren kön­nen. Auch für Ma­na­ger sind Chef­in­nen dann bald nichts Un­ge­wöhn­li­ches mehr. All das trägt dazu bei, Vor­ur­tei­le ab­zu­bau­en.
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