„Ein Kunstwerk ist immer ein Original“

VORBILDER:

HBM August 2011

Herr Kupp, Sie sind Pro­gramm­di­rek­tor der Eu­ro­pean School of Ma­na­ge­ment und Tech­no­lo­gy (ESMT) in Ber­lin und Do­zent für stra­te­gi­sche In­no­va­ti­on. In Ih­ren Vor­le­sun­gen kon­fron­tie­ren Sie die Stu­den­ten gern mit Wer­ken zeit­ge­nös­si­scher Künst­ler, etwa mit Fo­tos von Da­mi­en Hirsts dia­mant­be­setz­tem To­ten­kopf oder Auf­nah­men von Nam June Paiks In­stal­la­ti­on TV-Bud­dha. Was ver­spre­chen Sie sich da­von?
Kupp Mir geht es zu­nächst ein­mal dar­um, den Ho­ri­zont der Stu­den­ten zu er­wei­tern. Vie­le Men­schen scheu­en sich vor der Aus­ein­an­der­set­zung mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst, die sich - zu­ge­ge­ben - mit­un­ter ob­jek­ti­ven Be­wer­tungs­kri­te­ri­en ent­zieht. Da­bei sind sich Öko­no­mie und Kunst gar nicht so un­ähn­lich: Wer sich ein­mal mit der Wir­kung von Mar­ken be­schäf­tigt hat, weiß, dass auch der Au­to­mo­bil­markt nicht im­mer ra­tio­nal funk­tio­niert. Ob­jek­tiv kann man zu­min­dest nicht er­klä­ren, wa­rum Men­schen für das rich­ti­ge Logo mit­un­ter Tau­sen­de Euro mehr zah­len.
Ganz kon­kret nut­ze ich mei­ne Aus­flü­ge in die Kunst­welt, um mei­ne Stu­den­ten auf­zu­lo­ckern. Na­tür­lich könn­te ich eine Vor­le­sung statt mit Da­mi­en Hirst auch mit Ste­ve Jobs be­gin­nen, aber das wäre er­wart­bar. Mein The­ma sind In­no­va­tio­nen - die fin­det man in der Re­gel jen­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. Und ganz da­von ab­ge­se­hen, gibt es in der Kunst­welt ein­fach groß­ar­ti­ge Fall­bei­spie­le: Vie­le Künst­ler sind un­glaub­lich ta­len­tier­te und krea­ti­ve Un­ter­neh­mer, auch wenn sich kaum ei­ner von ih­nen so be­zeich­nen wür­de.

Da­mi­en Hirst gilt als En­fant ter­ri­ble der bri­ti­schen Kunst­sze­ne. So er­klär­te er etwa in For­mal­de­hyd ein­ge­leg­te Scha­fe, Rin­der­hälf­ten und Haie ge­nau­so zum Kunst­werk wie einen ver­we­sen­den Kuh­kopf. Was macht Hirst zum Ma­na­ge­ment-vor­bild?
Kupp Sein un­be­ding­ter Wil­le, im­mer wie­der über Gren­zen hin­weg­zu­ge­hen und sich selbst per­ma­nent neu zu er­fin­den. Im Mai 2007 er­öff­ne­te Hirst etwa in der Whi­te Cube Gal­le­ry in Lon­don sei­ne Aus­stel­lung „Beyond Be­lief“. Be­gehr­tes­tes Aus­stel­lungs­stück war der von Ih­nen schon zi­tier­te mensch­li­che To­ten­kopf. Hirst hat­te ihn mit Platin über­zie­hen las­sen und an­schlie­ßend mit mehr als 8600 Dia­man­ten be­setzt. Der Pro­duk­ti­ons­wert be­trug 12 Mil­lio­nen Pfund, ge­kauft wur­de das Werk von ei­ner bri­ti­schen In­ves­to­ren­grup­pe für 50 Mil­lio­nen Pfund - ein 350-pro­zen­ti­ger Auf­preis.
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