„Misserfolge sind ein Geschenk“

PROCTER & GAMBLE:

HBM Juni 2011

Herr Lafley, Sie ha­ben wäh­rend Ih­rer Amts­zeit den Um­satz von Proc­ter & Gam­ble mehr als ver­dop­pelt, spek­ta­ku­lä­re Zu­käu­fe ge­meis­tert und das Un­ter­neh­men in die Liga der zehn wert­volls­ten Kon­zer­ne der Welt ge­führt. Macht eine Ma­na­ge­ment­le­gen­de wie Sie auch Feh­ler?
Lafley Na­tür­lich - ich habe so­gar sehr vie­le Feh­ler ge­macht und muss­te auch mit dem einen oder an­de­ren Miss­er­folg klar­kom­men. Aber es bringt nichts, dar­über ent­täuscht zu sein oder nach Schul­di­gen zu su­chen. Man soll­te lie­ber das Ge­sche­he­ne ge­nau ana­ly­sie­ren und auch die Fra­ge nach dem Wa­rum er­ör­tern. Nur so kann man, was viel wich­ti­ger ist, sei­ne Leh­ren aus Fehl­schlä­gen zie­hen und da­für sor­gen, dass ei­nem die Din­ge beim nächs­ten Mal bes­ser ge­lin­gen.

Hat der Um­gang mit der ei­ge­nen Fehl­bar­keit Ihr Ver­hal­ten als Füh­rungs­kraft be­ein­flusst?
Lafley Ganz si­cher, mei­ne Miss­er­fol­ge und Fehl­ent­schei­dun­gen ha­ben mich rei­fen las­sen. Wis­sen Sie, was der Haupt­grund da­für ist, dass vie­le Ma­na­ger auf­hö­ren, sich zu ent­wi­ckeln und zu wach­sen? Sie sind nicht mehr be­weg­lich und neu­gie­rig. Wie uns schon Charles Dar­win ge­lehrt hat: Men­schen, die nicht mehr ler­nen, hö­ren auf, sich zu ent­wi­ckeln und zu wach­sen. Für eine Füh­rungs­kraft ist das das Aus.

Kön­nen Er­fol­ge nicht ge­nau­so gute Lehr­meis­ter sein wie Miss­er­fol­ge?
Lafley Nein. Mei­ner Er­fah­rung nach ler­nen wir Men­schen mehr aus Miss­er­fol­gen als aus Er­fol­gen. Den­ken Sie etwa an große Po­li­ti­ker und er­folg­rei­che Sport­mann­schaf­ten: Am nach­hal­tigs­ten ler­nen die­se, wenn sie mal so rich­tig auf die Nase ge­fal­len sind. Das gilt auch für Füh­rungs­kräf­te. Bei mir war es je­den­falls ganz si­cher so.

Kön­nen Sie uns da­für ein Bei­spiel nen­nen?
Lafley Neh­men Sie die Marktein­füh­run­gen von Dryel, dem Tro­cken­rei­ni­ger für zu Hau­se, und des Öko­wasch­mit­tels Fit Fruit & Ve­ge­ta­ble. Bei­de wa­ren Flops. Trotz­dem ha­ben wir aus ih­nen mehr ge­lernt als aus großen Er­fol­gen wie dem Raum­spray Fe­bre­ze oder dem Bo­den­wi­scher Swif­fer.
Am bes­ten nach­voll­zie­hen kann man das viel­leicht mit ei­ner An­ek­do­te aus den 80er Jah­ren. P&G woll­te da­mals einen Fuß in den Markt für Bleich­mit­tel be­kom­men. Und wir hat­ten tat­säch­lich ein Pro­dukt, das sich vom Markt ab­hob und sehr hoch­wer­tig war - ein Bleich­mit­tel, das die Far­ben nicht an­griff und bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren an­ge­wen­det wer­den konn­te. Wir nann­ten un­se­re Ent­de­ckung Vi­brant und be­schlos­sen, einen Markt­test in Port­land im US-Bun­des­staat Mai­ne durch­zu­füh­ren.
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