„Ich glaube an das Gute, Schöne, Wahre“

VERANTWORTUNG:

HBM Mai 2011

Herr Mackey, Sie sind seit 31 Jah­ren CEO und ha­ben so­eben an­ge­kün­digt, wei­te­re zehn Jah­re bei Who­le Foods Mar­ket zu blei­ben. Wa­rum ha­ben Sie das ge­ra­de jetzt zum The­ma ge­macht?
Mackey Wir ha­ben kürz­lich Wal­ter Robb zu mei­nem Co-CEO bei Who­le Foods er­nannt. Das führ­te of­fen­sicht­lich zu Spe­ku­la­tio­nen, ich könn­te die Fir­ma ver­las­sen, die durch mei­ne be­reits im De­zem­ber 2009 ge­trof­fe­ne Ent­schei­dung, den Vor­sitz im Ver­wal­tungs­rat ab­zu­ge­ben, noch ver­stärkt wur­den. Mir war es wich­tig klar­zu­stel­len, dass ich mich nicht Schritt für Schritt zu­rück­zie­he.

An­geb­lich sol­len Sie ur­sprüng­lich so­gar über­legt ha­ben, drei Co-Chefs ein­zu­set­zen.
Mackey Ja, das stimmt. Wir ha­ben es dann aber nicht ge­macht - ob­wohl wir in un­se­rem Team oh­ne­hin gleich­be­rech­tigt ar­bei­ten. Alle be­zie­hen das glei­che Ge­halt, au­ßer mir - ich spen­de al­les. Un­se­re Ent­schei­dun­gen sind im­mer Kon­sens­ent­schei­dun­gen. Eine Drei-zu-zwei-Ab­stim­mung gibt es bei uns nicht. An­ders als am Obers­ten Ge­richts­hof, wo die Rich­ter per Mehr­heits­vo­tum Lö­sun­gen her­bei­füh­ren kön­nen, stre­ben wir einen ech­ten Kon­sens an, wir re­spek­tie­ren ein­an­der. Wir hät­ten im Grun­de auch fünf Co-CEOs ha­ben kön­nen. Dass es dann letzt­lich nur Wal­ter Robb ge­wor­den ist, lag dar­an, dass er sich mit A. C. Gal­lo die Po­si­tio­nen Pre­si­dent und Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer ge­teilt hat. Robb er­hielt den Ti­tel Co-CEO, wäh­rend Gal­lo die Äm­ter Pre­si­dent und COO jetzt al­lein in­ne­hat. Die­se Lö­sung schi­en al­len zu ge­fal­len.

Gab es die­se Kon­sens­kul­tur von An­fang an oder hat sie sich erst im Lau­fe der Jah­re ent­wi­ckelt?
Mackey Das war ein Pro­zess. Mir ist im Lau­fe mei­nes Ar­beits­le­bens ein­fach im­mer häu­fi­ger auf­ge­fal­len, dass bes­se­re Ent­schei­dun­gen zu­stan­de kom­men, wenn je­der of­fen Be­den­ken äu­ßern kann und wir einen Kon­sens an­stre­ben. Wenn Sie das nicht tun, müs­sen Sie da­mit rech­nen, dass Men­schen, die über­stimmt wer­den, häu­fig be­wei­sen wol­len, dass sie doch recht hat­ten - um am Ende sa­gen zu kön­nen: „Ich habe euch ja gleich ge­warnt.“

Im Kon­sens zu ent­schei­den kos­tet aber ziem­lich viel Kraft und Zeit.
Mackey Mit­un­ter schon. Aber aus mei­ner Sicht ist es die An­stren­gung trotz­dem wert - vor al­lem wenn es um Ent­schei­dun­gen geht, die das Ge­schäft tief grei­fend ver­än­dern wer­den. Wir ori­en­tie­ren uns da­mit üb­ri­gens an der ja­pa­ni­schen Ma­na­ge­ment­kul­tur: Ja­pa­ner ver­wen­den viel mehr Zeit dar­auf, Kon­sens zu er­rei­chen. Auf die­se Wei­se dau­ert es bis zu ei­ner Ent­schei­dung zwar län­ger, aber sie wird an­schlie­ßend deut­lich schnel­ler und rei­bungs­lo­ser um­ge­setzt, weil es we­ni­ger Wi­der­stän­de oder Sa­bo­ta­ge­ver­su­che gibt.
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