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STRATEGIE:

HBM April 2011

Jen­ni­fer Brown, Chief Exe­cu­ti­ve Of­fi­cer des Elek­tro­nik­kom­po­nen­ten­her­stel­lers Na­ri­nex aus Mi­chi­gan, las die Nach­richt auf ih­rem Bild­schirm noch ein­mal. Ihr Un­ter­neh­men hat­te schon wie­der einen Groß­auf­trag an den bri­ti­schen Kon­kur­ren­ten Glistrom ver­lo­ren - den es bis­lang bei Aus­schrei­bun­gen fast im­mer ge­schla­gen hat­te. „Sal­ly, ich brau­che so­fort Herb Ty­ler und Lau­ra Dyson“, rief sie ih­rer Se­kre­tä­rin zu.
Mit dem üb­li­chen Auf und Ab bei neu­en Ab­schlüs­sen wa­ren Nie­der­la­gen wie die­se nicht mehr zu er­klä­ren. Brown woll­te hö­ren, was ihr Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer Ty­ler und ihre Fi­nanz­che­fin Dyson dazu zu sa­gen hat­ten. Sie war ent­schlos­sen, die Spit­zen­stel­lung von Na­ri­nex zu ver­tei­di­gen.
Un­ter Brown hat­te sich das Un­ter­neh­men ste­tig po­si­tiv ent­wi­ckelt. Der Um­satz lag bei 3,2 Mil­li­ar­den Dol­lar, und es war in Nord­ame­ri­ka, Eu­ro­pa und Asi­en ver­tre­ten. Weil die Fir­ma trotz der Ex­pan­si­on in neue Ge­schäfts­be­rei­che und Märk­te die Kos­ten nied­rig ge­hal­ten hat­te, war sie zum Lieb­ling der Wall Street ge­wor­den; zu­gleich hat­te sich Brown einen Ruf als in­no­va­ti­ve und durch­set­zungs­star­ke Un­ter­neh­mens­füh­re­rin er­wor­ben.
Wäh­rend ih­rer bis­he­ri­gen Amts­zeit hat­te Na­ri­nex einen Teil sei­ner For­schungs-und-Ent­wick­lungs-Ak­ti­vi­tä­ten nach au­ßen ver­ge­ben, um schnel­ler mit neu­en An­ge­bo­ten auf den Markt zu kom­men, und Brown hat­te leis­tungs­ba­sier­te Ver­trä­ge aus­ge­han­delt, die da­für sorg­ten, dass die Lie­fer­ket­te schlank und schnell blieb. Au­ßer­dem hat­te sie das Fir­men­flug­zeug ver­kauft und einen Dienst­wa­gen ab­ge­lehnt, um zu zei­gen, wie ernst es ihr da­mit war, auf un­nö­ti­ge Aus­ga­ben zu ver­zich­ten.
In­ner­halb von 20 Mi­nu­ten wa­ren Dyson und Ty­ler da und war­te­ten auf ihre Chefin. Die bei­den Top­ma­na­ger wa­ren sol­che schnel­len Vor­la­dun­gen samt in­ten­si­ver Be­fra­gung ge­wohnt. Auch Ty­ler hat­te die Glistrom-Nach­richt be­reits ge­se­hen und wuss­te, dass Brown sich des­halb Sor­gen ma­chen wür­de. Im­mer­hin ging es um ein Ge­schäft über meh­re­re Jah­re mit ei­nem Auf­trags­wert von bis zu 50 Mil­lio­nen Dol­lar.
„Ich habe Jo­nes schon ge­be­ten, mit sei­nem Team eine Wett­be­wer­b­s­ana­ly­se zu ma­chen. Er hat mal er­wähnt, dass Glistrom auf dem Ge­biet zur­zeit für ziem­li­chen Wir­bel sorgt“, sag­te Ty­ler; Ian Jo­nes war Vice Pre­si­dent für den Ver­kauf.
„Mit ,Wir­bel' kann ich nicht viel an­fan­gen“, ant­wor­te­te Brown, „wie lan­ge braucht ihr bei­den, um aus Mr. Jo­nes' In­for­ma­tio­nen, wie auch im­mer die ge­nau aus­se­hen, et­was zu ma­chen, das wir als Hand­lungs­grund­la­ge neh­men kön­nen?“
Ty­ler und Dyson sa­hen sich an. „Ge­ben Sie uns 24 Stun­den?“, frag­te Dyson.
Brown nick­te zu­stim­mend und entließ die bei­den mit der Auf­ga­be, das Glistrom-Rät­sel zu lö­sen.
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