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HBM März 2011

Gas­pard de Sau­ve­terre frös­tel­te, als er aus ei­nem Sei­ten­ein­gang sei­nes Wein­guts trat. Ob­wohl die Tage Ende Sep­tem­ber im­mer noch warm wa­ren, konn­te er be­reits den her­an­na­hen­den Her­bst spü­ren. Den 75-jäh­ri­gen Be­sit­zer des Château de Val­lois, ei­nes be­rühm­ten Wein­guts im Bor­deaux in Frank­reich, über­fiel ein ver­trau­tes Krib­beln. Es war die Zeit, auf die er und sein Team das gan­ze Jahr über hin­ge­ar­bei­tet hat­ten; der Be­ginn der Wein­le­se stand nun un­mit­tel­bar be­vor. Schnell schritt er den lan­gen, ge­pfleg­ten Weg ent­lang durch die schmie­de­ei­ser­nen Tore, um sei­nen all­mor­gend­li­chen Gang durch die Wein­ber­ge zu ma­chen.
Er lieb­te die­se Zeit des Ta­ges, wenn die auf­ge­hen­de Son­ne gel­be und graue Schat­ten auf die im Ne­bel lie­gen­de Land­schaft warf. Die ru­hi­ge, küh­le Luft lenk­te ihn von den Ge­dan­ken ab, die ihm durch den Kopf gin­gen, seit sei­ne En­kel­toch­ter am Tag zu­vor mit ei­nem küh­nen Vor­schlag in sein Ar­beits­zim­mer ge­platzt war.
Claire de Val­hu­bert war auf dem Wein­gut auf­ge­wach­sen, aber nach dem plötz­li­chen Tod ih­rer Mut­ter, de Sau­ve­ter­res Toch­ter, vor sie­ben Jah­ren nach Pa­ris ge­zo­gen. Nach ih­rem Ab­schluss an ei­ner der hoch an­ge­se­he­nen fran­zö­si­schen Eli­te­schu­len hat­te sie in ei­ner füh­ren­den Un­ter­neh­mens­be­ra­tung ge­ar­bei­tet, be­vor sie ih­ren MBA an der In­sead ab­sol­viert hat­te.
De Sau­ve­terre hat­te sie na­tür­lich zur Wein­le­se er­war­tet - sie ver­pass­te sie nie­mals -, aber er war über­rascht von ih­ren Plä­nen, in das jahr­hun­der­te­al­te Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ein­zu­tre­ten und es ra­di­kal zu ver­än­dern.
Claire de Val­hu­bert hat­te ihm ihre Idee so ein­fach wie mög­lich er­klärt. Ih­rer Mei­nung nach konn­te erst­klas­si­ger fran­zö­si­scher Wein auf­grund sei-nes ho­hen Prei­ses kei­ne jun­gen Wein­lieb­ha­ber als Kun­den ge­win­nen. Sie wuss­te zwar, dass Château de Val­lois seit den 80er Jah­ren ste­tig Ge­winn er­ziel­te, mach­te sich aber den­noch Sor­gen. Was wür­de pas­sie­ren, soll­te das Wein­gut es we­ni­ger teu­ren und qua­li­ta­tiv we­ni­ger hoch­wer­ti­gen Wein­her­stel­lern, be­son­ders de­nen, die nicht aus den tra­di­tio­nel­len Wein­an­bau­ge­bie­ten Eu­ro­pas ka­men, er­lau­ben, die nächs­te Kun­den­ge­ne­ra­ti­on für sich zu ge­win­nen? Sie woll­te, dass de Val­lois den Markt für er­schwing­li­che Lu­xus­gü­ter er­schloss, in­dem es di­rekt an den End­ver­brau­cher ver­kauf­te, wie ei­ni­ge an­de­re füh­ren­de tra­di­tio­nel­le Wein­gü­ter im Bor­deaux es ta­ten.
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