Zu abgeschottet für den Weltmarkt

INTERNATIONALISIERUNG:

HBM März 2011

Was ist mit Ja­pan los? 1995 stell­te das Land 141 der 500 um­satz­stärks­ten Un­ter­neh­men der Welt; 2009 wa­ren es nur noch 68. 1995 lag Ja­pans Um­satz­an­teil bei den „For­tu­ne“-Glo­bal-500 noch bei 35,2 Pro­zent. 2000 wa­ren es 20,8 Pro­zent, 2009 nur noch 11,2 Pro­zent. US-Un­ter­neh­men konn­ten ih­ren Um­satz­an­teil im sel­ben Zeit­raum von 28,4 auf 30 Pro­zent aus­wei­ten. Ver­tre­ter aus EU-Län­dern und der Schweiz leg­ten von 31 auf 36 Pro­zent zu.
Der Groß­teil von Ja­pans Ver­lus­ten aber ging an Schwel­len­län­der. Seit 1995 ist der Um­satz­an­teil der BRIC-Staa­ten (Bra­si­li­en, Russ­land, In­di­en und Chi­na) bei den Glo­bal 500 von 0,9 auf 10,4 Pro­zent hoch­ge­schnellt (sie­he Gra­fik Sei­te 82). Droht die­sen Län­dern in den kom­men­den Jah­ren ein ähn­li­cher Ein­bruch wie Ja­pan? Oder schaf­fen sie es wie die USA und Eu­ro­pa, ih­ren Um­satz­an­teil im glo­ba­len Wett­be­werb zu ver­tei­di­gen?
Für die Ant­wort auf die­se Fra­ge ist zu­nächst ent­schei­dend, wa­rum Ja­pan den ko­me­ten­haf­ten Auf­stieg der 70er und 80er Jah­re nicht fort­zu­set­zen ver­moch­te. Denn die neue Ge­ne­ra­ti­on mul­ti­na­tio­na­ler Kon­zer­ne aus Schwel­len­län­dern weist er­staun­lich vie­le Ge­mein­sam­kei­ten mit Ja­pans Un­ter­neh­mens­land­schaft der 90er Jah­re auf. In den ver­gan­ge­nen 25 Jah­ren ha­ben wir Auf­stieg und Fall der ja­pa­ni­schen Wirt­schaft ver­folgt. Da­bei hat sich ge­zeigt, dass die­sel­ben Fak­to­ren, die zu­nächst Ja­pans Er­folg be­grün­de­ten, spä­ter auch für den Ab­stieg ver­ant­wort­lich wa­ren. Sich an die Spit­ze vor­zu­kämp­fen ist das eine, sich dort zu hal­ten et­was völ­lig an­de­res. Ja­pans Un­ter­neh­men ha­ben es nach dem Auf­stieg ver­säumt, die Kul­tur und die Pro­zes­se, die das ex­port­ge­trie­be­ne Wachs­tum be­feu­ert hat­ten, an die An­for­de­run­gen glo­bal füh­ren­der Un­ter­neh­men an­zu­pas­sen.
Wenn die neu­en Auf­stei­ger aus Schwel­len­län­dern nicht den­sel­ben Feh­ler ma­chen wol­len, müs­sen sie ihre Ge­schäfts­mo­del­le ra­di­kal ver­än­dern. Sie müs­sen ihre Ab­hän­gig­keit vom Hei­mat­markt ver­rin­gern, sich an eine zu­neh­mend he­te­ro­ge­ne Be­leg­schaft ge­wöh­nen und vor al­lem ihre ge­schlos­se­nen Füh­rungs­teams auf­bre­chen.

Der ei­ge­ne Weg
Ja­pan ist ein großer, ein­heit­li­cher Markt. Des­halb wuch­sen ja­pa­ni­sche Kon­zer­ne im In­land so stark. Durch Ska­len­ef­fek­te konn­ten sie die Kos­ten sen­ken und gleich­zei­tig die von den an­spruchs­vol­len ja­pa­ni­schen Kun­den ge­for­der­te Qua­li­tät ge­währ­leis­ten. Mit der Zeit ent­wi­ckel­te sich dar­aus ein at­trak­ti­ves Ex­port­an­ge­bot. 1986 wur­den sage und schrei­be 95 Pro­zent der welt­weit ver­kauf­ten ja­pa­ni­schen Pro­duk­te auch in Ja­pan her­ge­stellt.

Ri­si­ko

hoch

Mit­tel

Ge­ring

Sehr ge­ring
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
9
Zeichen:
30.667
Nachdrucknummer:
201103080
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben