Die transparente Lieferkette

SUPPLY-CHAIN-MANAGEMENT:

HBM März 2011

Die Her­kunft der Pro­duk­te ei­nes Un­ter­neh­mens lag lan­ge Zeit weit­ge­hend im Dun­keln - ab­ge­se­hen von den für die Lie­fer­ket­te Ver­ant­wort­li­chen in­ter­es­sier­te sich ja auch kaum je­mand da­für. Das hat sich mitt­ler­wei­le ge­än­dert. Kon­su­men­ten, Re­gie­run­gen und die Un­ter­neh­men selbst wol­len jetzt De­tails über die Sys­te­me und Quel­len wis­sen, die die Wa­ren lie­fern. Denn sie ma­chen sich Ge­dan­ken über Qua­li­tät, Si­cher­heit, mo­ra­li­sche Fra­gen und Um­welt­pro­ble­me. Durch die Fra­ge „Wo kom­men die­se Sa­chen her?“ ent­ste­hen neue Ge­fah­ren und Chan­cen. Vor­aus­schau­en­de Un­ter­neh­men ge­hen bei­des di­rekt an.
Schließ­lich kann eine in­trans­pa­ren­te Lie­fer­ket­te ei­ni­gen Är­ger her­vor­ru­fen. Die meis­ten Be­sit­zer ei­nes iPho­nes dürf­ten we­nig über die Her­kunft ih­res Ge­rä­tes wis­sen, doch nach ei­ner Rei­he von Selbst­mor­den bei dem wich­ti­gen chi­ne­si­schen Zu­lie­fe­rer Fox­conn war der Her­stel­ler Ap­p­le im Jahr 2009 ge­zwun­gen, den Schlei­er über ei­nem Teil sei­ner Lie­fer­ket­te zu lüf­ten. Da­bei muss­te Ap­p­le un­ter an­de­rem dem Vor­wurf be­geg­nen, mit aus­beu­te­ri­schen Me­tho­den zu ar­bei­ten. Ein wei­te­rer in den USA groß pu­bli­zier­ter Skan­dal ent­spann sich um gif­ti­ge Tro­cken­bau­wän­de und führ­te zu Sam­mel­kla­gen: Das pro­ble­ma­ti­sche Pro­dukt war in die USA im­por­tiert wor­den, wo­bei die Auf­schrift „Made in Chi­na“ die ein­zi­ge leicht ver­füg­ba­re In­for­ma­ti­on über sei­ne Quel­le dar­stell­te. Und ein paar Jah­re spä­ter wur­de der ame­ri­ka­ni­sche Spiel­wa­ren­kon­zern Mat­tel mit ei­nem Pro­test­sturm kon­fron­tiert, nach­dem Spu­ren von Blei in sei­nem Spiel­zeug nach­ge­wie­sen wor­den wa­ren. Das warf die Fra­ge auf, ob der Spiel­zeugher­stel­ler sei­ne Lie­fer­ket­te im Griff hat­te.
Um­ge­kehrt gibt es auch Un­ter­neh­men, die das Wis­sen über die Her­kunft der Pro­duk­te vor­teil­haft nut­zen. Die in­ter­na­tio­na­le Be­klei­dungs­ket­te Hen­nes & Mau­ritz zum Bei­spiel ver­sucht nach ei­ge­ner Dar­stel­lung, nicht nur bei ih­ren Zu­lie­fe­rern die Ar­beits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern und auf­tre­ten­de Um­welt­be­las­tun­gen zu mi­ni­mie­ren, son­dern auch bei den Zu­lie­fe­rern die­ser Zu­lie­fe­rer. Ähn­li­che Ver­spre­chen, einst be­schränkt auf we­ni­ge Ni­schen­händ­ler, gibt es mitt­ler­wei­le reich­lich. Bis vor Kur­z­em al­ler­dings konn­ten Kun­den sie kaum über­prü­fen, und auch Un­ter­neh­men ga­ben sich oft zu­frie­den da­mit, nicht all­zu vie­le Fra­gen über die wah­re Her­kunft und die Wege der Wa­ren zu stel­len, die sie be­zie­hen.
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