Den guten Ruf verteidigen

REPUTATION:

HBM Februar 2011

Unter­neh­men agie­ren heut­zu­ta­ge in ei­nem Um­feld mit vie­len neu­ar­ti­gen Be­dro­hun­gen für ih­ren gu­ten Ruf. Sie sind zwar für den Kampf mit großen Kon­kur­ren­ten ge­rüs­tet, doch sie rech­nen nicht mit klei­ne­ren Geg­nern, die ein gan­zes Ar­se­nal über­ra­schend wir­kungs­vol­ler neu­er Me­di­en und so­zia­ler Netz­werk-In­stru­men­te be­herr­schen: Blogs, Tweets, SMS, On­li­ne-Pe­ti­tio­nen, Pro­test-We­b­si­tes auf Fa­ce­book und di­gi­ta­le Vi­deos. Ei­ni­ge Un­ter­neh­men ha­ben be­reits zu spü­ren be­kom­men, wel­chen Scha­den ein ein­zi­ger hoch mo­ti­vier­ter Kri­ti­ker an­rich­ten kann, der von sei­nem PC aus ge­gen je­man­den wet­tert.
Nach der Ex­plo­si­on der Öl­bohr­platt­form „De­ep­wa­ter Ho­ri­zon“ von BP bei­spiels­wei­se be­gann Leroy Stick (ein Ali­as­na­me), die Tweets ei­nes er­fun­de­nen Ver­tre­ters ei­ner eben­so we­nig exis­tie­ren­den glo­ba­len PR-Ab­tei­lung von BP zu ver­öf­fent­li­chen. Wäh­rend Roh­öl in den Golf von Me­xi­ko ström­te, was für Um­welt und Wirt­schaft in der Re­gi­on ver­hee­ren­de Fol­gen hat­te, ließ sich der iro­ni­sche Twit­te­rer (@BPGlobalPR) über den Mit­tags­spei­se­plan der Ab­tei­lung und an­de­re Be­lang­lo­sig­kei­ten aus. Sei­ne neues­ten Mel­dun­gen wur­den von Zehn­tau­sen­den ge­le­sen - we­sent­lich mehr als die­je­ni­gen, die das ech­te Twit­ter-Kon­to von BP ver­folg­ten. Durch die­se Maß­nah­me, die kaum et­was kos­te­te, trug Stick dazu bei, dass die Ame­ri­ka­ner wei­ter vor Wut koch­ten, wäh­rend BP sich nach Kräf­ten be­müh­te, das Bohr­loch zu ver­schlie­ßen und das Ver­trau­en in die Mar­ke wie­der­her­zu­stel­len.
Wie die­ser Vor­fall zeigt, ha­ben sich die Spiel­re­geln ge­än­dert. Kri­ti­ker sind nicht mehr auf die Res­sour­cen ei­ner Ein­rich­tung an­ge­wie­sen. Dank In­ter­net ha­ben Kon­zer­ne und ein­zel­ne Ak­ti­vis­ten die glei­chen Mög­lich­kei­ten. Zwar sind ei­ni­ge Kri­ti­ker auf­rich­tig, aber nicht alle. Häu­fig sind ihre Po­le­mi­ken nur halb wahr, manch­mal so­gar voll­kom­men und nach­weis­lich falsch. Die An­grei­fer han­deln wahr­schein­lich nicht ge­ra­de über­legt. Die­je­ni­gen, die es im Al­lein­gang auf große Kon­zer­ne ab­ge­se­hen ha­ben, agie­ren fast im­mer hoche­mo­tio­nal, wenn nicht gar ir­ra­tio­nal. Und die Ver­ant­wort­li­chen in den Un­ter­neh­men be­kom­men kei­ne Vor­war­nung oder Zeit, um nach­zu­den­ken. Bei her­kömm­li­chen Kon­flik­ten er­hal­ten Fir­men zu­min­dest einen klei­nen Hin­weis und kön­nen we­nigs­tens an­satz­wei­se be­ein­flus­sen, wie sich die Er­eig­nis­se ent­wi­ckeln. Wenn ein He­cken­schüt­ze mit ei­ner neu­ar­ti­gen Me­tho­de an­greift, ist dies nicht der Fall.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
9
Zeichen:
30.175
Nachdrucknummer:
201102032
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben