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HBM Dezember 2010

Das Ma­na­ge­ment von Es­quel stand vor ei­nem Di­lem­ma. Kun­den wie Nike und Marks & Spencer in­ter­es­sier­ten sich An­fang der 2000er Jah­re plötz­lich da­für, was der chi­ne­si­sche Kon­zern, ei­ner der welt­weit füh­ren­den Her­stel­ler von hoch­wer­ti­gen Baum­woll­hem­den, für den Um­welt­schutz tat und wie er sei­ner so­zia­len Ver­ant­wor­tung ge­recht wur­de. Das Ma­na­ge­ment ging da­von aus, dass bald auch an­de­re Kun­den nach­boh­ren wür­den. Vie­le hat­ten be­reits mehr Baum­wol­le aus or­ga­ni­schem An­bau ge­for­dert. Doch die Pflan­ze be­nö­tigt viel Was­ser und Pflan­zen­schutz­mit­tel, vor al­lem in den ar­men, sich schnell ent­wi-ckeln­den Län­dern, in de­nen Es­quel sei­ne Baum­wol­le an­bau­en und ver­ar­bei­ten ließ.
Die Es­quel-Ma­na­ger woll­ten ihr aus­ge­präg­tes En­ga­ge­ment für Um­welt­schutz und so­zia­le Ver­ant­wor­tung wei­ter stär­ken, wuss­ten aber, dass sie den Zu­lie­fe­rern nicht ein­fach vor­schrei­ben konn­ten, we­ni­ger Was­ser, Dün­ger und Pflan­zen­schutz­mit­tel zu ver­wen­den. Das hät­te für die Baum­woll­far­mer und ihre Dör­fer ka­ta­stro­pha­le Aus­wir­kun­gen ge­habt. Den Groß­teil der Baum­wol­le be­zog Es­quel aus Xinji­ang, ei­ner Pro­vinz im tro­ckenen Nord­wes­ten Chinas, die auf un­ter­ir­di­sche Was­ser­quel­len an­ge­wie­sen ist. Dort be­stand die tra­di­tio­nel­le Be­wäs­se­rungs­me­tho­de dar­in, die Fel­der in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den zu flu­ten. Die­se Me­tho­de war in­ef­fi­zi­ent, schuf einen her­vor­ra­gen­den Nähr­bo­den für In­sek­ten und Krank­hei­ten und führ­te so dazu, dass die Bau­ern jede Men­ge Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­set­zen muss­ten.
Das nächs­te Pro­blem war die Pro­duk­ti­vi­tät. Eine Um­stel­lung auf or­ga­ni­schen An­bau hät­te den Bo­den­er­trag um bis zu 50 Pro­zent de­zi­miert. Die stei­gen­de Nach­fra­ge nach Bio­baum­wol­le wür­de zwar die Prei­se in die Höhe trei­ben, Es­quel konn­te aber nicht da­von aus­ge­hen, dass die Preis­s­tei­ge­run­gen aus­rei­chen wür­den, um die Er­trag­s­ein­bu­ßen der Bau­ern aus­zu­glei­chen. Im Ge­gen­teil: Be­klei­dungs­un­ter­neh­men und Ein­zel­händ­ler hat­ten be­reits un­miss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass sie für Klei­dung aus Bio­baum­wol­le kei­nen be­son­ders ho­hen Auf­preis in Kauf neh­men wür­den.
Au­ßer­dem ist die Fa­ser von or­ga­nisch an­ge­bau­ter Baum­wol­le schwä­cher und be­sitzt an­de­re phy­si­ka­li­sche Ei­gen­schaf­ten. Die Ver­ar­bei­tung ist auf­wen­di­ger, mit mehr Aus­schuss ver­bun­den und er­for­dert Che­mi­ka­li­en und Far­b­stof­fe, die um­welt­schäd­li­cher und teu­rer sind als die Mit­tel, die bei her­kömm­li­cher Baum­wol­le ein­ge­setzt wer­den. All die­se Fak­to­ren kom­men zu den Kos­ten noch hin­zu - und ma­chen die öko­lo­gi­schen Vor­tei­le der Bio­baum­wol­le teil­wei­se zu­nich­te.
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