Abschied vom einsamen Entscheider

TEAMARBEIT:

HBM Juli 2010

Wor­auf kommt es an, da­mit Check­lis­ten gut funk­tio­nie­ren?
GA­WAN­DE Wenn Sie Leu­ten eine Idee ein­fach auf­drücken und ih­nen sa­gen: „Das ist gut für euch“, wer­den Sie schei­tern, vor al­lem wenn es dar­auf hin­aus­läuft, dass die Be­nut­zer nur lust­los die Punk­te ab­ha­ken. Ent­schei­dend für jede Check­lis­te in ei­nem kom­ple­xen Um­feld ist: Wenn sie gut durch­dacht ist und tat­säch­lich ein­ge­setzt wird, hilft sie den Mit­ar­bei­tern, her­vor­ra­gen­de Ar­beit zu leis­ten.
Wir ha­ben des­halb schon beim Ent­wurf un­se­rer Check­lis­te an die An­wen­dung in der Pra­xis ge­dacht. Als Ers­tes muss­te sie so ge­stal­tet sein, dass die Kol­le­gen be­reit wa­ren, da­mit zu ar­bei­ten. Was be­deu­te­te das in die­sem Fall? Sie muss­te so kurz sein, dass man in zwei Mi­nu­ten da­mit durch war. Sie muss­te au­ßer­dem die Ar­beit ef­fi­zi­en­ter ma­chen und die Ko­ope­ra­ti­on ver­bes­sern. Check­lis­ten nüt­zen nicht nur den Pa­ti­en­ten, sie hel­fen auch dem Team im Ope­ra­ti­ons­saal, frü­her fer­tig zu wer­den. Das macht es leich­ter, sich dar­an zu hal­ten.
Zwei­tens ist me­di­zi­ni­sches Per­so­nal recht da­tengläu­big. Als wir un­ser Check­lis­ten­pro­gramm ein­ge­führt ha­ben, ent­stand ein In­stru­ment, mit des­sen Hil­fe die Teams er­ken­nen konn­ten, ob sie wich­ti­ge Aspek­te ih­rer Ar­beit ver­ges­sen hat­ten. Die meis­ten Mit­ar­bei­ter glaub­ten nicht, dass ih­nen sol­che Feh­ler un­ter­lau­fen wür­den. Aber wenn man eine Stich­pro­be von 20 Ope­ra­tio­nen dar­auf­hin über­prüft, ob die An­ti­bio­ti­ka recht­zei­tig be­reit­stan­den, ob je­der im OP die Na­men al­ler Kol­le­gen kann­te und ob Chir­urg, An­äs­the­sist und Schwes­tern vor dem ers­ten Schnitt Be­den­ken äu­ßern konn­ten, zeigt sich oft, dass eben doch manch­mal Schrit­te ver­ges­sen wer­den.
Bei der Ein­füh­rung bit­ten wir au­ßer­dem zu­nächst das lei­ten­de Per­so­nal - also den Chef­chir­ur­gen, den Chef­an­äs­the­sis­ten, die Pfle­ge­lei­tung -, die Check­lis­te als Ers­te ein­zu­set­zen. Der Hin­ter­grund ist, dass die Check­lis­te beim ers­ten Ein­satz noch nicht per­fekt ist - jede Ein­rich­tung muss sie än­dern, da­mit sie zu ih­ren spe­zi­fi­schen Um­stän­den passt. Die­ser Spiel­raum für Ver- än­de­run­gen wird am bes­ten ge­nutzt, wenn die rang­höchs­ten Mit­ar­bei­ter an­fan­gen, da­mit zu ex­pe­ri­men­tie­ren.
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