Keine Angst vor der alternden Belegschaft

DEMOGRAFIE:

HBM April 2010

Es war im Juni 2007, als Ni­ko­laus Bau­er aus ei­ner de­mo­gra­fi­schen Ana­ly­se er­fuhr, dass sei­ne Be­leg­schaft bis 2017 um durch­schnitt­lich acht Jah­re al­tern wer­de. Das mach­te ihm ernst­haf­te Sor­gen. Denn für den Lei­ter des Pro­duk­ti­ons­be­reichs Fahr­werks- und An­trie­bs­kom­po­nen­ten im nie­der­baye­ri­schen BMW-Werk Din­gol­fing mit 2500 Mit­ar­bei­tern hieß dies, dass die Pro­duk­ti­vi­tät sei­ner al­tern­den Be­leg­schaft in den kom­men­den Jah­ren deut­lich sin­ken könn­te. Des­halb in­iti­ier­te er ge­mein­sam mit zwei sei­ner Fer­ti­gungs­lei­ter - Pe­ter Jür­schick und Hel­mut Mau­er­mann (Bau­er und Mau­er­mann sind Ko­au­to­ren die­ses Bei­trags - Anm. d. Red.) - ein Pro­jekt, um die Pro­duk­ti­vi­täts­zie­le und da­mit das Über­le­ben des Werks zu si­chern. Auch vie­le Mit­ar­bei­ter sind in die Pro­jekt­ar­beit ein­be­zo­gen. Dar­aus ist eine Me­tho­de ent­stan­den, die der Kon­zern der­zeit in meh­re­ren Wer­ken in Deutsch­land, Ös­ter­reich und den USA tes­tet und ver­bes­sert. Ziel ist es, sie über­all auf der Welt in der BMW-Pro­duk­ti­on ein­zu­set­zen.
Das BMW-Werk Din­gol­fing hat ein Pro­blem: Das Durch­schnitts­al­ter sei­ner Mit­ar­bei­ter wird bis zum Jahr 2017 vor­aus­sicht­lich von 39 auf 47 Jah­re stei­gen. Äl­te­re Mit­ar­bei­ter sind oft für län­ge­re Zeit krank­ge­schrie­ben und ha­ben öf­ter Schwie­rig­kei­ten, ihr Pro­duk­ti­ons­er­geb­nis kon­stant zu hal­ten. Wäre das Din­gol­fin­ger Werk also ge­zwun­gen, die ge­sam­te Last des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels zu tra­gen, wäre es viel­leicht ir­gend­wann nicht mehr in der Lage, wirt­schaft­lich zu pro­du­zie­ren und die BMW-Stra­te­gie um­zu­set­zen. Die­se ver­pflich­tet das Werk, sei­ne Wett­be­wer­bs­fä­hig­keit zu stär­ken, in­dem es bei der Um­set­zung von tech­ni­schen In­no­va­tio­nen als Markt­füh­rer vor­an­geht und sei­ne Pro­duk­ti­vi­tät stän­dig ver­bes­sert.
BMW ist nicht das ein­zi­ge Un­ter­neh­men, dem die­se Ent­wick­lung Sor­gen be­rei­tet. Kon­zern­chefs, Po­li­ti­ker und Ar­beits­wis­sen­schaft­ler in den meis­ten In­dus­tri­e­län­dern der Erde treibt die Fra­ge um, wel­che Aus­wir­kun­gen der de­mo­gra­fi­sche Wan­del auf ihre Ar­beits­märk­te hat, in de­nen die Zahl äl­te­rer Be­schäf­tig­ter im­mer wei­ter an­steigt. So wird in den USA der An­teil der Über-65-Jäh­ri­gen von 12,5 Pro­zent im Jahr 2000 auf 16,6 Pro­zent im Jahr 2020 wach­sen. Für Deutsch­land ist ein An­stieg von 16,4 auf 21,6 Pro­zent zu er­war­ten und für Ja­pan von 17,1 auf 26,2 Pro­zent. Ein teu­rer Trend, denn in al­len In­dus­trie­staa­ten lie­gen die Ge­sund­heits­kos­ten für Über-65-Jäh­ri­ge etwa drei­mal so hoch wie für Men­schen zwi­schen 30 und 50 Jah­ren.
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