Öf­fent­lich­keits­ar­beit 2.0

KOMMUNIKATION:

HBM März 2010

Im Jahr 2003 gab der Bo­ston Uni­ver­si­ty Me­di­cal Cam­pus (BUMC) Plä­ne für ein mo­der­nes Hoch­si­cher­heits­la­bor be­kannt, in dem ge­fähr­li­che bio­lo­gi­sche Sub­stan­zen un­ter­sucht wer­den soll­ten. Das La­bor woll­te mit­hil­fe sei­ner Grund­la­gen­for­schung zu Fort­schrit­ten im Ge­sund­heits­we­sen und spe­zi­ell in der Ter­ror­ab­wehr bei­tra­gen. Die Er­kennt­nis­se soll­ten hel­fen, waf­fen­fä­hi­ge Ver­sio­nen der Er­re­ger von Ebo­la, Ha­sen­pest, Milz­brand und an­de­rer töd­li­cher Krank­hei­ten bes­ser zu be­kämp­fen. Tat­säch­lich wur­de das Pro­jekt zu­nächst weit­hin als Se­gen für die na­tio­na­le Si­cher­heit, für den Sta­tus der Re­gi­on als Bio­tech-Stand­ort und für die Bo­sto­ner Wirt­schaft be­grüßt.
Dann aber wen­de­te sich das Blatt. Das La­bor mit dem of­fi­zi­el­len Na­men „Na­tio­nal In­fec­tious Di­sea­ses La­bo­ra­to­ries“ soll­te nahe dem BUMC zwi­schen den zwei Bo­sto­ner Wohn­ge­bie­ten South End und Rox­bu­ry ent­ste­hen. Doch je mehr die Ein­woh­ner dar­über er­fuh­ren, mit wel­chen Sub­stan­zen ihr neu­er Nach­bar um­ge­hen woll­te, de­sto we­ni­ger woll­ten sie ein sol­ches Ge­bäu­de in un­mit­tel­ba­rer Nähe ha­ben. Wie si­cher wür­de es sein? Was wäre, wenn Stof­fe ent­wei­chen wür­den? Wäre das La­bor nicht ein höchst at­trak­ti­ves Ziel für Ter­ro­ris­ten? Wenn es so si­cher sei, wie be­haup­tet wur­de, wa­rum könn­te es dann nicht in ei­nem wohl­ha­ben­den Vor­ort wie Broo­kli­ne, New­ton oder Wel­les­ley ge­baut wer­den?
Der ener­gi­sche Wi­der­stand der An­woh­ner ent­wi­ckel­te sich zu großen Tei­len im In­ter­net. Um eine spe­zi­el­le We­b­si­te zum The­ma, stopthebiolab.org, ent­stand schnell eine Ge­mein­schaft von Leu­ten, die das Pro­jekt strikt ab­lehn­ten. Eta­blier­te Or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich für Um­welt, Ge­sund­heits­we­sen und so­zia­le Ge­rech­tig­keit en­ga­gie­ren (un­ter an­de­ren die Con­ser­va­ti­on Law Foun­da­ti­on, die Massa­chu­setts Nur­ses As­so­cia­ti­on und Bo­ston Mo­bi­li­za­ti­on), un­ter­stütz­ten das An­lie­gen der La­bor­geg­ner auf ih­ren ei­ge­nen Web-Sei­ten. Kla­gen wur­den er­ho­ben, und im Nu wur­de das Pro­jekt vom Star zum Aus­sät­zi­gen. Sei­ne Er­öff­nung wird vom Be­schluss ei­nes Bun­des­ge­richts ver­zö­gert, der wei­te­re Um­welt­si­cher­heits­stu­di­en ver­langt, und mög­li­cher­wei­se wird die For­schung an den ge­fähr­lichs­ten der bis­lang vor­ge­se­he­nen Sub­stan­zen dort nie­mals statt­fin­den dür­fen.
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