So funktionieren Joint Ventures in Indien

INTERNATIONALISIERUNG:

HBM Februar 2010

Um 18.30 Uhr tref­fe ich mich mit Hans-Pe­ter M., Mit­glied der Ge­schäfts­füh­rung ei­nes Mit­tel­ständ­lers, im „Zep­pe­lin Stü­b­le“ des Ho­tels „Graf Zep­pe­lin“ in Stutt­gart zum Ge­schäftses­sen. Sei­ne Fir­ma ge­hört zu den Zu­lie­fe­rern re­nom­mier­ter Un­ter­neh­men wie BMW, Daim­ler, Ford, GM, Renault und wei­te­rer nam­haf­ter An­bie­ter. Die Fir­ma macht einen Jah­res­um­satz von über 240 Mil­lio­nen Euro und be­schäf­tigt 1400 Mit­ar­bei­ter. Sie hat sich durch In­no­va­ti­ons­fä­hig­keit, Ent­wick­lungs- und Fer­ti­gungs­kom­pe­tenz am Welt­markt eta­bliert. Das Un­ter­neh­men hat­te be­reits Stand­orte in Eu­ro­pa und den USA, als sich die Ge­schäfts­lei­tung vor drei Jah­ren ent­schloss, ein Joint Ven­ture (JV) ein­zu­ge­hen, um ih­ren Kun­den nach In­di­en zu fol­gen. Die Kun­den ver­lang­ten von der Zu­lie­fer­fir­ma, vor Ort zu pro­du­zie­ren, um für den in­di­schen Markt güns­ti­ge­re Prei­se und kür­ze­re Lie­fer­zei­ten zu er­zie­len.
Hans-Pe­ter M. ist ver­ant­wort­lich für die Fer­ti­gung im Aus­land. Er hat­te das JV mit ei­nem in­di­schen Un­ter­neh­men ins Le­ben ge­ru­fen und auf­ge­baut. Er sitzt auch in der Ge­schäfts­lei­tung des JVs in In­di­en. Der Part­ner, ein ty­pisch in­di­sches Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men, ist in der glei­chen Bran­che tä­tig, macht einen Um­satz von cir­ca 16 Mil­lio­nen Euro und hat et­was mehr als 1200 Be­schäf­tig­te.
Zu­nächst klang al­les gut, aber wie sich wäh­rend des Ge­sprächs her­aus­stell­te, gab es er­heb­li­che Pro­ble­me mit dem in­di­schen Part­ner.
Herr M. hat­te sei­nen Part­ner aus Fir­men­lis­ten ge­wählt, die von ver­schie­de­nen in­di­schen und deut­schen Quel­len für un­ter­schied­li­che In­dus­trie­zwei­ge ver­öf­fent­licht wer­den. Bei den Ver­hand-lun­gen wur­de er von ei­ner in­di­schen An­walts­kanz­lei und ei­ner Steu­er­be­ra­tungs­fir­ma un­ter­stützt. Bei­de Fir­men wa­ren vom in­di­schen Part­ner emp-foh­len wor­den.
Der Joint-Ven­ture-Ver­trag soll­te aus Sicht des Mit­tel­ständ­lers dazu die­nen, Zu­gang zum in­di­schen Markt zu fin­den. Es wur­de eine 29-pro­zen­ti­ge Be­tei­li­gung mit Sperr­mi­no­ri­tät durch Bar­zah­lung er­wor­ben. Der Ver­trag ent­hält un­ter an­de­rem eine Ver­ein­ba­rung, dass die Fir­ma von Herrn M. in In­di­en kei­nen wei­te­ren Part­ner ha­ben darf. Der deut­sche Part­ner soll laut Ver­trag das not­wen­di­ge Know-how lie­fern so­wie die Pro­duk­ti­ons­tech­no­lo­gie. Der in­di­sche Part­ner hat im Ge­gen­zug die Fer­ti­gung, das Mar­ke­ting und die Be­treu­ung der Kun­den in In­di­en zu ver­ant­wor­ten. Zwei Mit­ar­bei­ter aus Deutsch­land soll­ten die Fer­ti­gungs­qua­li­tät und Pro­dukt­wei­ter­ent­wick­lung in In­di­en lei­ten.
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