Das Recht auf Ruhe

KOMMUNIKATION:

HBM Dezember 2009

Kön­nen wir bit­te ein­fach alle auf­hö­ren zu jam­mern, weil es so vie­le In­for­ma­tio­nen gibt? Ich mei­ne, in ei­ner Wis­sens­ge­sell­schaft sind In­for­ma­tio­nen doch un­ser höchs­tes Gut. Und in der heu­ti­gen Zeit sind sie in fast un­be­grenz­ter Fül­le ver­füg­bar. Sie kom­men au­to­ma­tisch auf elek­tro­ni­schem Weg zu uns oder sind nur ein paar Mausklicks ent­fernt. Also: Kopf hoch!
War­ten Sie einen Mo­ment: Kann ich viel­leicht ein­fach auf­hö­ren, über zu vie­le In­for­ma­tio­nen zu jam­mern?
Die In­for­ma­ti­ons­flut, die Tag für Tag auf mich ein­strömt, scheint eher Fluch als Se­gen zu sein. Wir re­den nicht nur von der Men­ge an ein­ge­hen­den E-Mails und RSS-Feeds, die mich stört. Ich füh­le mich auch von der un­end­li­chen Fül­le an In­for­ma­tio­nen un­ter Druck ge­setzt, weil ich glau­be, ich müs­se sie alle auf­neh­men, um in mei­nem Job Schritt zu hal­ten.
Ak­tu­el­le For­schungs­er­geb­nis­se las­sen ver­mu­ten, dass sich das stei­gen­de Vo­lu­men ver­füg­ba­rer In­for­ma­tio­nen - und die da­mit ver­bun­de­nen Un­ter­bre­chun­gen wäh­rend der Ar­beit - nicht nur ne­ga­tiv auf das per­sön­li­che Wohl­be­fin­den aus­wir­ken kann. Es be­ein­flusst auch, wie wir Ent­schei­dun­gen tref­fen, In­no­va­tio­nen ent­wi­ckeln und wie pro­duk­tiv wir ar­bei­ten. In ei­ner Stu­die brauch­ten die Teil­neh­mer zum Bei­spiel durch­schnitt­lich fast 25 Mi­nu­ten, um nach ei­ner Un­ter­bre­chung durch eine E-Mail ihre ei­gent­li­che Ar­beit wie­der auf­zu­neh­men. Das sind schlech­te Nach­rich­ten für uns und un­se­re Un­ter­neh­men.
Doch es gibt Hoff­nung. In­no­va­ti­ve In­stru­men­te und Tech­no­lo­gi­en ver­spre­chen den­je­ni­gen un­ter uns Er­leich­te­rung, die mit der In­for­ma­ti­ons­schwem­me kämp­fen. Bei ei­ni­gen han­delt es sich um tech­no­lo­gi­sche Lö­sun­gen. Zum Bei­spiel gibt es Soft­wa­re, die ein­ge­hen­de Nach­rich­ten au­to­ma­tisch sor­tiert und prio­ri­siert, um die Flut zu re­gu­lie­ren. An­de­re ver­hin­dern, dass die Men­schen in die­ser Flut un­ter­ge­hen, in­dem sie dazu an­re­gen, um­zu­den­ken und das Ver­hal­ten zu än­dern. Wer weiß, viel­leicht wer­de so­gar ich es ir­gend­wann ge­nie­ßen, in den mäch­ti­gen In­for­ma­ti­onss­trö­men mit­zu­sch­wim­men, in de­nen ich heu­te zu er­trin­ken dro­he.
Das Pro­blem für den Ein­zel­nen
Ein Über­maß an In­for­ma­tio­nen plag­te be­reits die Zeit­ge­nos­sen Jo­han­nes Gu­ten­bergs. Sei­ne Er­fin­dung der be­weg­li­chen Let­tern um etwa 1440 führ­te dazu, dass es bald mehr ge­druck­te Tex­te gab, als ein ein­zel­ner Men­sch in sei­nem Le­ben le­sen konn­te. Nach­fol­gen­de Tech­no­lo­gi­en - vom Koh­le­pa­pier bis zum Fo­to­ko­pie­rer - mach­ten es noch ein­fa­cher, In­for­ma­tio­nen zu ver­viel­fäl­ti­gen. Und durch die Di­gi­ta­li­sie­rung kön­nen Da­ten heu­te un­ein­ge­schränkt prak­tisch kos­ten­los ko­piert wer­den.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
11
Zeichen:
33.664
Nachdrucknummer:
200912098
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben