Fremd im eigenen Land

OST-WEST-KOMMUNIKATION:

HBM November 2009

Wann im­mer ich in ei­nem Un­ter­neh­men da­nach fra­ge, ob sich ost- und west­deut­sche Mit­ar­bei­ter 20 Jah­re nach dem Mau­er­fall in ih­ren Ver­hal­tens­wei­sen un­ter­schei­den, be­kom­me ich die ste­reo­ty­pe Ant­wort: „Das spielt bei uns längst kei­ne Rol­le mehr.“ Gleich­zei­tig be­rich­ten mir Vor­ge­setz­te wie Mit­ar­bei­ter von Füh­rungs- und Ak­zep­tanz­pro­ble­men in Ost-West-Teams, von Spal­tun­gen und un­ter­schwel­li­gen Dis­kri­mi­nie­run­gen in bei­de Rich­tun­gen. Wie passt das zu­sam­men?
Die Wahr­heit ist: Die großen kul­tu­rel­len Un­ter­schie­de zwi­schen Ost und West ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten so gut wie gar nicht an­ge­gli­chen. Sie las­sen sich so­gar in der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on nach­wei­sen, die zur Zeit des Mau­er­falls ge­bo­ren wur­de und nun ins Be­rufs­le­ben ein­tritt. So re­pro­du­zie­ren sich die bei­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tu­ren im­mer wie­der neu. Doch weil nicht sein kann, was nicht sein darf - schließ­lich sind wir schon lan­ge „ein Volk“ -, wer­den die Dif­fe­ren­zen in Füh­rungs­eta­gen und Bü­ros, bei Ver­hand­lun­gen und Kon­fe­ren­zen in der Re­gel kaum the­ma­ti­siert.
Ex­pa­tria­tes mit Ziel Chi­na, Russ­land oder Süd­ame­ri­ka be­rei­ten sich auf die kul­tu­rel­len Ir­ri­ta­tio­nen meist gründ­lich vor. Doch kaum je­mand kann sich vor­stel­len, dass auch ein Stel­len­wech­sel von Es­sen nach Er­furt oder von Ro­stock nach Ra­statt einen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­schock aus­lö­sen kann. Kommt es dann zu Ir­ri­ta­tio­nen und Miss­ver­ständ­nis­sen in Ost-West-Teams, wer­den die­se gern mit per­sön­li­chen Ma­cken be­grün­det. Dass es sich um in­ter­kul­tu­rel­le Pro­ble­me han­delt, ist nur den we­nigs­ten Men­schen be­wusst.
Da­bei lei­det mehr als nur die gute Stim­mung im Team. Deutsch-deut­sche Miss­ver­ständ­nis­se kön­nen alle Be­tei­lig­ten teu­er zu ste­hen kom­men, etwa durch nicht zu­stan­de ge­kom­me­ne Ge­schäf­te, ge­schei­ter­te Zu­sam­men­ar­beit, hohe Fluk­tua­ti­on oder eine un­er­war­te­te Es­ka­la­ti­on von Kon­flik­ten.
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