Vom ehrbaren Kaufmann

ETHIK:

HBM August 2009

Weit­hin an­er­kann­te öko­no­mi­sche Leh­ren und Ge­wohn­hei­ten ha­ben die Welt in eine Re­zes­si­on ge­stürzt, de­ren Aus­ma­ße noch bis vor Kur­z­em un­vor­stell­bar wa­ren. Pau­scha­le Schuld­zu­wei­sun­gen an ein­zel­ne Grup­pen und Theo­ri­en al­ler­dings füh­ren nicht wei­ter; die Kri­se ver­dient dif­fe­ren­zier­te Ana­ly­sen. Die Hei­lung wird sich nicht auf Sym­pto­me be­schrän­ken kön­nen, son­dern muss an die Wur­zeln ge­hen und nach dem zi­vi­li­sa­to­ri­schen Sinn men­sch-li­chen Wirt­schaf­tens fra­gen: Was sind die ethi­schen Grund­prin­zi­pi­en ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­le­bens? An wel­chen Tu­gen­den soll­te sich ein ehr-ba­rer Kauf­mann ori­en­tie­ren? Doch es wird sich nur we­nig än­dern, wenn Füh­rungs­kräf­te wei­ter dem Mot­to fol­gen „Mo­ral ist gut, so­lan­ge sie nicht mei­ne Ge­schäf­te stört.“ Die­sen lo­cke­ren Um­gang vie­ler Ma­na­ger mit Wert­vor­stel­lun­gen hat erst kürz­lich eine Un­ter­su­chung des In­sti­tuts für Me­di­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­na­ge­ment der Uni­ver­si­tät St. Gal­len be­stä­tigt (sie­he Bei­trag von Koh­tes, Ser­vice­kas­ten Sei­te 107).
In vie­len Un­ter­neh­men schei­nen die Ver­ant­wort­li­chen der Ma­xi­me zu fol­gen: So­bald die Po­li­tik ihre ethi­schen Über­zeu­gun­gen in Ge­set­ze ge­gos­sen hat, müs­sen die ei­ge­nen Jus­ti­zia­re ei­gent­lich nur die Spiel­räu­me die­ser Re­ge­lun­gen krea­tiv nut­zen und die Fi­nanz­vor­stän­de die Fol­gen von Rechts­ver­stö­ßen nur scharf kal­ku­lie­ren. Die Ethik selbst braucht sie nicht zu in­ter­es­sie­ren. Wer es et­was an­spruchs­vol­ler wünscht, mag zu­sätz­lich den wahr­schein­li­chen Image­scha­den be­rech­nen, der auf einen Bruch mit öf­fent­li­chen Mo­ral­vor­stel­lun­gen zu fol­gen pflegt. Doch auch dann in­ter­es­siert die Ethik nicht um ih­rer selbst wil­len, son­dern nur als mög­li­cher Kos­ten­fak­tor.
Wa­rum also soll­te ein nüch­ter­ner Kauf­mann sich ernst­haft ethi­sche Ma­xi­men auf­er­le­gen?
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