So entdecken Sie Wachs­tums­fel­der

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HBM August 2009

Von Mehr­dad Bag­hai, Sven Smit und Pa­trick Vi­gue­rie
An­fang 2007 woll­ten US-Se­na­to­ren vom da­ma­li­gen Ge­ne­ral­leut­nant Da­vid Pe-traeus wis­sen, wie vie­le re­li­gi­ös mo­ti­vier­te Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu er­war­ten sei­en, wenn sich die US-Streit­kräf­te aus dem Irak zu­rück­zie­hen wür­den. Pe­traeus räum­te ein, das nicht ge­nau zu wis­sen: „Es ist schwie­rig, aus die­ser Ent­fer­nung über die nö­ti­ge In­for­ma­ti­ons­dich­te zu ver­fü­gen, um die Lage be-ur­tei­len zu kön­nen“, sag­te er.
Die Se­na­to­ren woll­ten einen Ge­samt­über­blick - also et­was, was auch CEOs stän­dig lie­fern müs-sen. Aber um wirk­lich das große Gan­ze ein-schät­zen zu kön­nen, brauch­te Pe­traeus „In­for­ma­ti­ons­dich­te“ - et­was, wo­für die we­nigs­ten CEOs ge­nü­gend Zeit ha­ben. (Im Ori­gi­nal be­nutz­te Pe-traeus das eng­li­sche Wort „gra­nu­la­ri­ty“, was man wört­lich mit „Kör­nig­keit“ über­set­zen wür­de - Anm. d. Red.)
Den größ­ten Teil des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts über sind CEOs mit die­sem Span­nungs­ver­hält­nis so um­ge­gan­gen, dass sie ihre Un­ter­neh­men in Ge­schäftss­par­ten und Re­gio­nen un­ter­teilt und die­sen Ein­hei­ten dann die Ver­ant­wor­tung für die je­wei­li­gen Er­geb­nis­se zu­ge­wie­sen ha­ben.
In den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten ha­ben die Fort­schrit­te in der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie dazu ge­führt, dass das Ma­na­ge­ment sich auf im-mer fei­ner ab­ge­grenz­te Markt­seg­men­te kon­zen­trie­ren konn­te. Au­ßer­dem las­sen sich die Quel­len des Wachs­tums - Markt­dy­na­mik, Fu­sio­nen und Über­nah­men so­wie Markt­an­teils­ge­win­ne - im­mer ge­nau­er un­ter­su­chen. Bis­lang ha­ben es je­doch erst we­ni­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­schafft, mit­hil­fe der ver­füg­ba­ren Da­ten­mas­sen her­aus­zu­fin­den, wo die bes­ten Wachs­tum­schan­cen be­ste­hen. Und noch we­ni­ger ha­ben ver­sucht, die ei­ge­nen Struk­tu­ren und das Ma­na­ge­ment prä­zi­se den vie­len Teil­märk­ten an­zu­pas­sen, in de­nen sie tä­tig sind.
Die­se An­pas­sung ist ein un­ge­nutz­tes Po­ten­zi­al für Un­ter­neh­men, um schnel­ler zu wach­sen und sich von Kon­kur­ren­ten ab­zu­he­ben. In­dem sie ihre Märk­te und ihre Leis­tung im Ver­gleich zum Wett­be­werb wie un­ter ei­nem Mi­kro­skop be­trach­ten, kön­nen sie wei­taus bes­se­re Wachs­tumss­tra­te­gi­en ent­wi­ckeln. In den meis­ten Fäl­len wird die neue stra­te­gi­sche Aus­rich­tung zei­gen, dass im be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men ein­schnei­den­de Än­de­run­gen nö­tig sind - in der Art, wie es Res­sour­cen ver­teilt, Per­so­nal ein­setzt und Er­geb­nis­se be­wer­tet. Die hö­he­re In­for­ma­ti­ons­dich­te wird be­son­ders wich­tig in Zei­ten des wirt­schaft­li­chen Ab­schwungs, weil sie bes­ser ab­ge­stimm­te Stra­te­gi­en er­mög­licht. Dies gilt so­wohl für Kos­ten­sen­kun­gen als auch für of­fen­si­ve Maß­nah­men.
Die­ser Bei­trag be­schreibt, dass die Welt fein­kör­ni­ger (gra­nu­la­rer) ge­wor­den ist, dass also die In­for­ma­ti­ons­dich­te zu­ge­nom­men hat - etwa durch die Glo­ba­li­sie­rung von Märk­ten und bes­se­re In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie. Dar­in liegt eine Her­aus­for­de­rung für Un­ter­neh­men, die mit neu­en Me­tho­den ihr Wachs­tumspo­ten­zi­al bes­ser ver­ste­hen und ihre Or­ga­ni­sa­ti­ons­form an die­se Er­kennt­nis­se an­pas­sen wol­len. Der Bei­trag ba­siert auf un­se­rem ak­tu­el­len Buch „The Gra­nu­la­ri­ty of Grow­th“ und ist als pra­xis­na­her Füh­rer ge­dacht, er­gänzt um neue Ana­ly­sen und Er­fah­rungs­be­rich­te meh­re­rer Un­ter­neh­men, die mit ho­her In­for­ma­ti­ons­dich­te ar­bei­ten. Es er­scheint uns im­mer kla­rer, dass großer De­tail­reich­tum und Grö­ßen­vor­tei­le Hand in Hand ge­hen kön­nen - dass sie es so­gar müs­sen. Die­sen Ba­lan­ce­akt zu schaf­fen bringt einen Wett­be­wer­bs­vor­teil so­wohl in Zei­ten des Ab­schwungs als auch in der Er­ho­lungs­pha­se der Wirt­schaft.
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