Patente - Mythos und Wirklichkeit

GEISTIGES EIGENTUM:

HBM Juli 2009

Pa­ten­te ha­ben in den In­dus­trie­na­tio­nen einen gu­ten Ruf, gel­ten sie doch als Nach­weis von In­no­va­ti­ons­kraft. Kon­zer­ne aus ver­schie­dens­ten Bran­chen lie­fern sich Wett­ren­nen dar­um, wer die meis­ten Schutz­rech­te an­mel­det. Gan­ze Volks­wirt­schaf­ten ver­su­chen mit Pa­tent­sta­tis­ti­ken ihre wis­sen­schaft­lich-tech­ni­sche Spit­zen­stel­lung zu be­wei­sen. Und hin­ter fast je­der Pa­ten­tan­mel­dung steckt die Hoff­nung auf ein wirt­schaft­li­ches Mo­no­pol, das den Er­fin­der reich und be­rühmt macht.
Die Ver­lei­hung ei­nes ein­fa­chen ju­ris­ti­schen Schutz­rech­tes wird so fast my­thisch auf­ge­la­den. Das pas­siert umso mehr, als Wis­sen für vie­le längst die zen­tra­le im­ma­te­ri­el­le Res­sour­ce und der wich­tigs­te Pro­duk­ti­ons­fak­tor ist. Der Wert ei­nes Pro­dukts be­ruht heu­te im Schnitt zu 50 Pro­zent auf Wis­sen, und die­ser An­teil steigt im­mer wei­ter. Au­tos, Me­di­ka­men­te und Com­pu­ter sind im­mer we­ni­ger kris­tal­li­sier­te Ar­beit und im­mer mehr kris­tal­li­sier­tes Wis­sen. So ver­schie­ben sich auch die Un­ter­neh­mens­wer­te ins Im­ma­te­ri­el­le: Im Schnitt be­ste­hen in den In­dus­trie­na­tio­nen ak­tu­ell über zwei Drit­tel des Fir­men­werts aus im­ma­te­ri­el­len Gü­tern wie etwa der Mar­ke oder dem geis­ti­gen Ei­gen­tum. Für tra­di­tio­nell ge­präg­te Ma­na­ger ist die­se De­ma­te­ria­li­sie­rung der Wirt­schaft eine enor­me Her­aus­for­de­rung, denn die Wett­be­wer­bs­in­stru­men­te in der Wis­sens­öko­no­mie sind aus­ge­spro­chen kom­plex.
Pa­ten­te ver­spre­chen in die­ser Si­tua­ti­on einen Schutz des Wis­sens­vor­sprungs, eine Al­lein­stel­lung auf Zeit und hohe Ge­win­ne. Im glo­ba­len In­no­va­ti­ons­wett­be­werb sind sie die stra­te­gi­schen Waf­fen der Wahl. Doch zu­gleich be­ruht ihre Wirk­sam­keit auf ei­ner kom­ple­xen Rechts­ma­te­rie. An­ders als bei Mar­ken füh­len sich Ma­na­ger bei Pa­ten­ten oft nicht kom­pe­tent. Un­si­cher­heit und Un­wis­sen­heit füh­ren zur My­then­bil­dung. Da­bei ge­hen Füh­rungs­kräf­te hohe Ri­si­ken ein, ohne sich des­sen be­wusst zu sein, und ver­tun ein­zig­ar­ti­ge Markt­chan­cen.
Wäh­rend der ver­gan­ge­nen zwölf Jah­re sind uns im Zuge un­se­rer Be­ra­tungs­tä­tig­keit in Eu­ro­pa und den USA im­mer wie­der sie­ben My­then im Um­gang mit Pa­ten­ten be­geg­net, an de­nen Ma­na­ger be­son­ders hart­nä­ckig fest­ge­hal­ten ha­ben. Auch bei der Aus­bil­dung von Pa­ten­t­ex­per­ten an der Uni­ver­si­tät Straß­burg be­stä­tig­te sich, wie ver­brei­tet die­se Fehl­ein­schät­zun­gen sind. Im Fol­gen­den wer­den wir die My­then vor­stel­len - ge­ord­net nach dem je-wei­li­gen volks­wirt­schaft­li­chen Scha­den, den sie in Deutsch­land ver­ur­sa­chen (sie­he auch den Kas­ten auf Sei­te 67). Wir wer­den zu­dem zei­gen, wie Un­ter­neh­men pro­fi­tier­ten, de­ren Ver­ant­wort­li­che sich nicht in die Irre lei­ten lie­ßen.
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