Wann sich ein MBA lohnt

KARRIERE:

HBM Juli 2009

Wer sei­nen Mas­ter of Busi­ness Ad­mi­nis­tra­ti­on (MBA) an der re­nom­mier­ten fran­zö­si­schen Hoch­schu­le In­sead ma­chen möch­te, muss sich spu­ten - am 22. Juli läuft die Be­wer­bungs­frist für das nächs­te Pro­gramm ab. Das Aus­wahl­ver­fah­ren ist streng, die An­for­de­run­gen sind hoch: fünf Auf­sät­ze, zwei Emp­feh­lungs­schrei­ben, be­ruf­li­cher Wer­de­gang, Nach­weis aus­ge­zeich­ne­ter eng­li­scher Sprach­kennt­nis­se und ana­ly­tisch-lo­gi­scher Fä­hig­kei­ten so­wie eine Eh­ren­er­klä­rung, dass alle An­ga­ben rich­tig und die Essays selbst ver­fasst sind. All dies ist aber über­haupt erst die Vor­aus­set­zung, um zu ei­nem Aus­wahl­ge­spräch ein­ge­la­den zu wer­den. So man­cher wird sich fra­gen: Lohnt sich der Auf­wand? Ist der MBA-Ti­tel die 51 000 Euro Stu­dien­ge­büh­ren, die In­sead ver­langt, über­haupt wert?
Die­se Fra­gen sind nur all­zu ver­ständ­lich. Denn vie­le Be­wer­ber ha­ben be­reits einen gut be­zahl­ten Job, sie wol­len Kar­rie­re ma­chen und müs­sen da­her sorg­fäl­tig ab­wä­gen, ob sich ein MBA-Pro­gramm für sie aus­zah­len wird. Zu­gleich zei­gen die Fra­gen, wa­rum der MBA in die Kri­tik ge­ra­ten ist. Schließlich soll­te die Ent­schei­dung für oder ge­gen ein Stu­di­um mehr als eine nüch­ter­ne Ab­wä­gung von Kos­ten und Nut­zen sein. Eine sol­che Aus­bil­dung soll­te auch Er­kennt­nis­ge­winn und eine Wei­ter­ent­wick­lung der Per­sön­lich­keit er­mög­li­chen. Statt­des­sen wer­ben vie­le Hoch­schu­len mit den Ge­halts­zu­wäch­sen, die ihre Ab­sol­ven­ten er­zie­len. In vie­len Ran­kings der Busi­ness Schools ist der Ein­kom­mens­zu­wachs ei­nes der wich­tigs­ten Kri­te­ri­en (sie­he den Bei­trag Sei­te 40).
So ist das Bild des MBA-Ab­sol­ven­ten als kühl kal­ku­lie­ren­der Zah­len­mensch ent­stan­den, der vor al­lem ei­nes im Blick hat: den ei­ge­nen Vor­teil. Schlim­mer noch: Die Busi­ness Schools hät­ten „die Irr­leh­re des Share­hol­der-Va­lue ver­brei­tet und da­mit vie­le Jahr­gän­ge von MBA-Ab­sol­ven­ten geis­tig ir­re­ge­lei­tet“, klagt Fred­mund Ma­lik, Un­ter­neh­mens­be­ra­ter und An­bie­ter von Wei­ter­bil­dungs­pro­gram­men. Die Leh­rin­hal­te hät­ten das Stre­ben nach Ge­winn­ma­xi­mie­rung ge­för­dert, das für die Wirt­schafts­kri­se mit­ver­ant­wort­lich sei. Und genüss­lich zäh­len die Kri­ti­ker auf, wel­che Ma­na­ger mit MBA-Ab­schluss an den Spit­zen der Ban­ken stan­den, die jetzt plei­te oder schwer ins Strau­cheln ge­ra­ten sind.
Sind die MBAs also die „Mas­ters of Di­sas­ter“, wie der deut­sche Buch­au­tor Alex­an­der Ross spot­tet? Ver­liert die Aus­bil­dung den Nim­bus als Kar­rie­re­tur­bo?
Die Wirk­lich­keit ist - wie im­mer - kom­pli­zier­ter. Die De­bat­te über die Lehr­plä­ne der Busi­ness Schools ist nicht neu. Be­reits 2005 ha­ben die bei­den re­nom­mier­ten US-Vor­den­ker War­ren Ben­nis und Ja­mes O'Toole im Har­vard Busi­ness­ma­na­ger ge­fragt „Was ist die Ma­na­ge­raus­bil­dung noch wert?“ (sie­he „Mehr zum The­ma“ Sei­te 48). Die Su­che nach den Schul­di­gen der ak­tu­el­len Wirt­schafts­kri­se ver­schärft die­se Dis­kus­si­on noch. Doch of­fen­bar un­be­ein­druckt von die­ser De­bat­te be­wer­ben sich mehr Men­schen denn je an den Busi­ness Schools. Zu­gleich bie­tet eine wach­sen­de Zahl von Hoch­schu­len in Eu­ro­pa und be­son­ders in Deutsch­land MBA-Pro­gram­me an. Da­mit wer­den künf­tig noch mehr Ab­sol­ven­ten als frü­her auf den Ar­beits­markt drän­gen.
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