Wer kann dem CEO helfen?

FALLSTUDIE:

HBM Juni 2009

Das lau­te Vo­gel­ge­zwit­scher vor sei­nem Fens­ter hat­te Frank Mo­li­tor schon früh aus dem Bett ge­trie­ben. Jetzt stand er am Wohn­zim­mer­fens­ter und starr­te hin­aus in den weit­läu­fi­gen Gar­ten sei­ner Meer­bu­scher Vil­la. Noch war es dun­kel drau­ßen, doch er konn­te schon spü­ren, dass es ein traum­haf­ter Mai­tag wer­den wür­de. Es war Sams­tag, Wo­chen­en­de. Er at­me­te tief durch und be­schloss, heu­te et­was zu tun, was ihm wirk­lich Spaß mach­te: ar­bei­ten ge­hen.
Ja, schon gut. Er war ein Wor­ka­ho­lic, das wur­de ihm heu­te wie­der mal klar. Aber ge­gen sei­ne Ar­beit als CEO von Mei­len­stein Ma­na­ge­ment - ei­nes an­ge­schla­ge­nen, aber im­mer noch le­bens­fä­hi­gen jun­gen Un­ter­neh­mens - hat­ten selbst die Freu­den ei­nes son­ni­gen Früh­lings­wo­chen­en­des am Nie­der­rhein kei­ne Chan­ce. Mo­li­tor hol­te sei­nen Wa­gen aus der Dop­pel­ga­ra­ge und mach­te sich auf den Weg in die Fir­men­zen­tra­le nach Düs­sel­dorf.
Nor­ma­ler­wei­se check­te er auf der Fahrt sei­nen Black­ber­ry, so­bald er im täg­li­chen Stau vor der Theo­dor-Heuss-Brücke stand. Doch an ei­nem Sams­tag um die­se Uhr­zeit wa­ren die Stra­ßen frei, so­dass er fast dank­bar für jede rote Am­pel war. Ver­stoh­len scroll­te er durch sei­ne Mails. Ah, da wa­ren ja schon die Rei­se­da­ten für die an­ste­hen­de Auf­sichts­rats­sit­zung in Mün­chen - sei­ne As­sis­ten­tin ar­bei­te­te wie er selbst zu den un­mög­lichs­ten Zei­ten. Auch sei­ne Frau Hei­ke hat­te sich ge­mel­det, mit nichts wei­ter als den Wor­ten „Ich lie­be dich.“ Sie muss­te die Mail heim­lich ab­ge­schickt ha­ben, denn ei­gent­lich wa­ren Te­le­fon und In­ter­net auf ih­rem Me­di­ta­ti­ons­se­mi­nar streng ver­bo­ten. Wie je­des Jahr hat­te sie sich mit zwei Stu­di­en­freun­din­nen für eine Wo­che ins Klos­ter See­on am Chiem­see zu­rück­ge­zo­gen.
Er lä­chel­te - und stutz­te. Da war eine Mail von Tamer Ceylan, sei­nem Ver­trie­bs­lei­ter, und die Be­treff­zei­le be­stand nur aus ei­nem Wort: „Sor­ry“.
Sor­ry?
Noch be­vor er die Mail öff­nen konn­te, be­gann der Ver­kehr wie­der zu flie­ßen. Kei­ne Chan­ce, wäh­rend der Fahrt et­was zu le­sen. Zu oft wink­te die Po­li­zei auf die­ser Stre­cke Au­to­fah­rer her­aus. Un­ge­dul­dig steu­er­te er sei­nen Wa­gen durch die Düs­sel­dor­fer In­nen­stadt. Erst in der Tief­ga­ra­ge von Mei­len­stein Ma­na­ge­ment konn­te er den Black­ber­ry wie­der zur Hand neh­men. Ein ein­zi­ger Blick ge­nüg­te: „Schwe­re Ent­schei­dung ... tut mir wirk­lich leid, euch in die­ser kri­ti­schen Pha­se zu ver­las­sen ...“. Frank Mo­li­tor stöhn­te. Das wa­ren schlech­te Nach­rich­ten, sehr schlech­te Nach­rich­ten. Er scroll­te die Mail rauf und wie­der run­ter, aber es gab kei­ne wei­te­re Er­klä­rung.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
6
Zeichen:
38.242
Nachdrucknummer:
200906090
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben